Bosnien und Herzegowina, Mostar

Datum: 18. August 2021

Mostar

Stari Most

Das Wahrzeichen von Mostar ist der „Stari Most“ und verbindet die beiden Stadtteile, welche durch den Fluss Neretva voneinander getrennt sind. Die BrĂŒcke wurde wĂ€hrend dem Bosnienkrieg von kroatischer Seite her stark unter Beschuss genommen und 1993 zerstört. Heute ist die BrĂŒcke wieder aufgebaut, fertig restauriert und steht als Symbol fĂŒr die Wiedervereinigung.

Meist tummeln sich rings um die BrĂŒcke viele Touristen. Die Gassen sind gesĂ€umt mit „Souvenir-Shops“ und anderen touristischen Angeboten. Wir kommen bewusst am frĂŒhen Morgen zur BrĂŒcke, um die Touristenmassen etwas zu umgehen. GemĂŒtlich trinken wir einen Kaffee in einem Restaurant mit super Blick auf die BrĂŒcke und geniessen die Ruhe.

Bekannt sind auch die BrĂŒckenspringer von Mostar, welche zuerst auf sich aufmerksam machen, durch die Touristen wuseln und Geld eintreiben. Wenn genĂŒgend Geld vorhanden ist, springen sie dann zur Belustigung der Touristen runter. Wir stellen uns unten an die BrĂŒcke und schauen dem Treiben etwas zu. Es dauert ganz schön lange, bis der Springer genug Geld gesammelt hat und unspektakulĂ€r wie eine Kerze runter springt. Danach kommt die Truppe nochmals auf alle Touristen zu und wollen noch etwas mehr Geld.

Eine Stunde zuvor sprang ein Tourist ohne ein Tamtam zu machen kurzerhand von der BrĂŒcke und trug dabei weder Schuhe noch einen Neoprenanzug, dafĂŒr bekam er aber kein Geld 😀

Sniper Tower

Wir schlendern etwas durch die Stadt und können uns nur schwer vorstellen, dass hier vor nicht mal 30 Jahren alles zerschossen und grosses Elend war. Etwas ausserhalb der Altstadt befindet sich der alte „Sniper Tower“ – ein leerstehendes hohes GebĂ€ude, auf welchem wĂ€hrend dem Bosnienkrieg die ScharfschĂŒtzen stationiert waren. Leider darf man offiziell nicht in das GebĂ€ude und so erkunden wir es bloss von aussen. Überall sieht man deutliche Spuren des Krieges anhand der Einschusslöchern in den umliegenden GebĂ€uden und auf der Strasse. Langsam aber sicher können wir uns den Zustand von dazumal etwas besser vorstellen, denn in diesem Stadtteil wurde noch nicht alles renoviert und die Spuren des Krieges sind ĂŒberall sichtbar.

Museumsbesuch – oder doch nicht?

Langsam machen wir uns wieder auf den RĂŒckweg in den touristischen Teil von Mostar. Ein Sirnica (Burek mit KĂ€se) bei einer BĂ€ckerei dient uns als Mittagessen und zum Dessert gibt es ein SĂŒssgebĂ€ck mit Kirschenmarmelade.

Eigentlich wollen wir noch zwei Museen besuchen. Einerseits das „Museum Of War And Genocide Victims“ und andererseits das „War Photo Exhibition“, welches sich direkt nach der Stari Most befindet. Beim „Museum Of War And Genocide Victims“ stehen wir vor verschlossenen TĂŒren und weder ein Zettel noch sonst etwas deutete darauf hin, dass es geschlossen ist. Bei der „War Photo Exhibition“ finden wir keinen Eingang und fragen die Locals nach dem Weg. Diese meinen, dass die Ausstellung seit Corona geschlossen sei und wohl nicht wieder öffne. So geht es anscheinend auch dem anderen Museum und so können wir uns heute leider nicht in dieser Form intensiver mit der Geschichte von Mostar auseinandersetzen.

Bosnischer Kaffee – CafĂ© de Alma

Auf TripAdvisor habe ich eine Kaffeerösterei gesehen und wir wollen dort nachfragen, ob sie auch klassischen Kaffee fĂŒr die Espresso Zubereitung rösten. Dies ist nicht der Fall und so probieren wir einen weiteren bosnischen Kaffee. Das Personal beim „CafĂ© de Alma“ ist sehr nett und erklĂ€rt uns, wie man den bosnischen Kaffee zubereitet und trinkt.

Zubereitung:

  • – Wasser aufkochen
  • – Kaffeepulver ins kochende Wasser geben
  • – Kaffee ziehen lassen

Trinken:

  • – Mit dem Löffel etwas kaltes Wasser auf den Kaffee geben (das kalte Wasser sinkt zusammen mit dem Kaffeesatz nach unten)
  • – Den Schaum mit dem Kaffeelöffel vorsichtig unter heben und so weiteres Pulver absinken lassen
  • – Nun den Schaum, welcher kein Kaffeepulver mehr enthĂ€lt, in das kleine TĂ€sschen geben
  • – Den Kaffee vorsichtig in das TĂ€sschen fĂŒllen
  • – Geniessen

Im Gegensatz zum tĂŒrkischen Kaffee soll die bosnische Zubereitungsvariante den Kaffee weniger bitter machen, da das Kaffeepulver nicht zusammen mit dem Wasser aufgekocht wird. Zum traditionellen Kaffee werde immer eine SĂŒssigkeit mitgegeben und der Zucker könne man verwenden, mĂŒsse man aber nicht, da der Kaffee weniger bitter sei.

Spannend finden wir dies schon und der Kaffee hier in der Rösterei schmeckt auch besser als den, welchen wir bisher probiert haben. Ganz schmecken tut er uns aber trotzdem nicht und wir sind beide grössere Fans von „klassischen“ italienischen Kaffee.

Aussichtspunkt Fortica

Die Besuchermassen nehmen stetig zu und wir ziehen uns langsam aus der Stadt zurĂŒck. Auf den HĂŒgeln oberhalb von Mostar befindet sich der Fortica Aussichtspunkt. In der NĂ€he ist ein Klettergebiet, welches wir am nĂ€chsten Tag ansteuern wollen (auf dem Foto unten: Der lange Fels oberhalb von meinem Kopf). Beim Aussichtspunkt können wir wunderbar auf die Stadt sehen und bei einem Bier den Sonnenuntergang geniessen. Es ist windig und dadurch auch etwas frisch. Eigentlich hĂ€tte dies uns klar sein sollen, denn im Hintergrund befinden sich diverse WindrĂ€der, also muss es hier immer etwas Wind geben.

Hier ist alles extrem trocken und schon wieder sehen wir, wie es brennt. Diesmal am Stadtrand und es ist erschreckend, wie schnell sich die Flammen mit dem Wind ausbreiten. Zum GlĂŒck kommt die Feuerwehr noch rechtzeitig und bekommt den Brand unter Kontrolle.

Die Nacht ist nicht sehr gemĂŒtlich, denn es windet stark und unser Van schwankt die ganze Nacht hin und her. Bereits am Abend hat es mir einen FlipFlop fast 10 Meter weit davon geweht und kochen mussten wir bei diesem Wind auch drinnen.

Der Wind hĂ€lt am nĂ€chsten Tag an und wir entschliessen uns, das Klettern in diesem Gebiet sein zu lassen. Nach einem kurzen Fotoshooting in dieser spannenden Umgebung verlassen wir Mostar in Richtung DreĆŸnica Tal und wollen unser GlĂŒck beim Klettern dort versuchen.

Übernachtungsorte: 18.08. Umgebung Fortica

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