Oman, Zurück nach Sharjah

Datum: 26. April

Rückblick auf die Zeit im Oman

Bevor es an den anscheinend mühsamen Grenzübertritt bei Hatta vom Oman in die Vereinigten Arabischen Emiraten geht, schauen wir zurück auf unsere Zeit im Oman. Wir haben knapp fünf Wochen in diesem Land verbracht, man könnte aber auch ohne Probleme mehr Zeit hier verbringen. Wir erlebten den Oman sehr vielfältig: Verschiedenste Wüstenregionen, traumhafte Strände im Süden, Bergregionen, Wadis zum Planschen und noch einiges, was wir nicht entdeckt und erkundet haben. Die Fahrt Richtung Grenze lässt Zeit für einen Rückblick.

Die Wüste Rub Al Khali hat uns fasziniert, beansprucht und verzaubert. Die Sugar Dunes liessen uns weiter in ein Dünenmeer tauchen und ein paar Geniessertage einlegen. In der Wahiba Sands lernten wir nochmals eine andere Art Wüste kennen, staunten über die Farben und realisierten, dass wir nun geübter sind mit dem Reisen in Wüsten.

Wohl einzigartig sind die vielen verschiedenen Wadis im Oman, die zum Baden einladen, wobei wir da immer auch etwas auf der Hut waren, ob nicht doch irgend ein Tier in den Gewässern auf uns wartet. Doch das Planschen ermöglichte uns eine Wohltat in den hohen Temperaturen und liess uns jeweils wieder lebendig fühlen. Nebst den Wadis haben uns die abgelegenen Strände ganz im Süden mit ihrem weissen Sand und türkisem Wasser beeindruckt. Hier hätten wir gerne etwas mehr Zeit verbracht, doch aufgrund der Maus-Geschichte war der Aufenthalt nur kurz. Leide haben wir während unserer Reisezeit im Oman auch diverse wunderschöne Strände mit viel Abfall entdeckt, was uns nachdenklich und traurig gestimmt hat.

Der Oman hielt uns mit seiner Tierwelt auf Trab. Manchmal zu unseren Freuden, wenn wir die Delfine und Wasserschildkröten in nächster Nähe und in grosser Vielzahl beobachten durften, manchmal zu unserem Leiden, wenn Mäuse, Skorpione, Schlangen und Blutegel den Platz mit uns teilten. Langweilig wird es Tierliebhabern wohl in dieser Jahreszeit im Oman nicht.

Die gelobte Gastfreundschaft der Menschen erlebten wir punktuell. Aufgrund der Ramadanzeit und unserer Reiseart trafen wir nur wenig auf die Menschen im Oman. Wir erlebten die Begegnungen jeweils sehr freundlich und zuvorkommend. Für sie völlig normal für uns doch etwas, was wir visuell in Erinnerung behalten werden, ist die traditionelle Kleidung: Die Männer tragen ein weisses, luftiges und bodenlanges Gewand und eine gehäkelte Kappe. Das bodenlange Gewand der Frauen ist jeweils schwarz wie auch das Kopftuch. Bei unserem Aufenthalt trugen die meisten Frauen eine Burka. Gemäss meinen Recherchen ist die Kleidung darunter dann bunt.

Im Oman lernten wir eine weitere Ausprägung des Islams kennen. Bis anhin setzten wir uns „nur“ mit Schiiten und Sunniten auseinander. Der Oman ist von der Strömung des Ibadismus geprägt. Diese Ausprägung soll mitverantwortlich sein für die Offenheit und Toleranz, die im Land gelebt wird. Die Beleidigung anderer Glaubensrichtungen ist per Gesetzt verboten. Wie so oft beim Reisen lerne ich dazu. Noch weiss ich wenig über diese Ausrichtung, würde gerne dann noch nachlesen, da ich im Oman eine spannende Mischung beobachtet habe: Die Frauen und Männern wirken auf mich im Oman als sehr gläubig und traditionell. Gleichzeitig erlebte ich eine entspannte Atmosphäre gegenüber den verschiedenen Religionen und Ansichten. Spannend wäre ein Austausch über den Alltag mit den Menschen, ihre Ansichten und Lebensweisen zu haben, doch dazu kam es dieses Mal nicht, vielleicht ein nächstes Mal. Ich fand es besonders für mich als Touristin in einem islamisch geprägten Land im Oman entspannt und angenehm.

Mitprägend waren in unserer Oman-Zeit leider die Autothemen. Durch die gebrochenen Blattfedern und später die ausgeschlagene Spurstange legten wir mehrere Kilometer für Garagenbesuche zurück, welche wir lieber in Zeit für das Erkunden des Landes investiert hätten. Doch schlussendlich gehört dies manchmal auch zum Reisen dazu und wir hatten das Glück, immer wieder kreative und sorgfältige Mechaniker zu finden. Durch unsere vielen Besuchen an Tankstellen und Garagen durften wir eine Vielzahl an aufgestellten und zuvorkommenden Begegnungen mit Menschen aus Pakistan, Bangladesch und Indien erleben.

Klimatisch war es für uns wohl die Grenze des Machbaren. Ohne klimatisiertes Auto und mit dem Leben im Bus ging der Monat April gerade noch, doch die Tagestemperaturen bis zu 45 Grad und die Nächte mit bis zu 35 Grad erlebten wir körperlich doch schon als anstrengend. Etwas früher wäre schon angenehmer.

Trotz den Anstrengungen, die jedoch nur teilweise mit dem Land Oman zusammenhingen, wird uns der Oman als weiteres schönes und vielseitiges Land in Erinnerung bleiben. Ein Land, dass sowohl für Langzeitreisende wie für Urlaubende viel Verschiedenes zu bieten hat und wohl keine Langeweile zu lässt. Ohne eigenes Fahrzeug und somit eigener Kochmöglichkeit ist es sicher ein teureres Reiseland.

Nach einer beeindruckenden Zeit geht für uns die Reise weiter in die Vereinigten Arabischen Emirate, um dort die Verschiffung in den Iran zu organisieren.

Grenzübergang Hatta

Bei der Einreise sind wir bei Al Ain über den Grenzübergang Mezyad. Heute ist der direkteste Weg über den Hatta Grenzübergang. Gemäss anderen Reisenden soll dieser jedoch mühsam sein und länger dauern. Der Vorteil ist jedoch, dass er 24 Stunden geöffnet ist und wir so noch heute Sharjah erreichen können. Wir entscheiden uns, einen etwas längeren Prozess dafür ein 24 Stunden Grenzübergang vorzuziehen und steuern den Hatta Grenzübergang an. Um 20:50 Uhr erreichen wir das Grenzgebiet, es gibt ein letztes Eis vor der Ausreise und los gehts.

Ausreise Oman

Die Ausreise aus dem Oman erfolgt ohne Zwischenfälle und ist nach 30 Minuten erledigt. Einzig das Stempeln des Carnet de Passage mussten wir ihnen erklären, ansonsten lief alles von selbst.

Einreise Vereinigte Arabische Emiraten

An der Lastwagenschlange geht es zu den Gebäuden der Einreise. Für den X-Ray der Personenwagen sind wir mit einer Höhe von 2.30 zu hoch, so geht es für uns an die vorderster Stelle in der Lastwagenschlange. Ein ernst dreinblickender Beamter nimmt sich uns an und weist uns einen Parkplatz an. Und dann geht es los mit der Autodurchsuchung. Medikamente scheint das Wichtigste zu sein, unsere Apotheken werden genau inspiziert und eine einzelne Novalgin Tablette scheint im unbekannt und dadurch suspekt zu sein. Er klärt die gefundene Ware ab – es ist alles in Ordnung. Die Durchsuchung ist aber noch nicht abgeschlossen, alle Türen und Schränke werden geöffnet. Um 22:00 Uhr ist der Beamte mit seiner Inspektion fertig. Der nächste Schritt sei nun der Stempel in Carnet de Passage, doch seine Schicht sei nun zu Ende. Sein ernster Blick verwandelt sich nun in ein zuvorkommendes und lächelndes Gesicht. Zwar erhalten wir zwei grosse Kuchenstücke von ihm geschenkt, der Stempel werde jedoch der Beamte der nächsten Schicht erledigen. Eine Minute später ist dieser da. Obwohl sein Kollege schon alles inspiziert hat, geht es nochmals von vorne los…

Irgendwann ist er durch, wir sollen ins Büro gehen. Nun beginnen sie die Formalitäten in ihren Computer zu tippen, damit dann mit der Bezahlung der Einreisegebühr unsererseits alles abgeschlossen werden kann. Was wir nicht wussten: Jedes Emirate hat eigene Einreisegebühren. Die Gebühr hier, also das Emirate Dubai, ist deutlich höher als wir im Emirate Sharjah bezahlt haben und beim Emirat Abu Dhabi muss man anscheinend gar nichts bezahlen… Nun ja, ändern können wir dies nun auch nicht mehr.

Eine Fehlermeldung ploppt am Bildschirm auf, der Beamte verlässt die Büroräumlichkeiten. Wir warten. Wir warten weiter. Wir warten immer noch. Wir fragen bei einer Frau vor Ort nach. Gemäss ihr sollte der Beamte gleich wieder kommen. Wir warten weiter. Nach 45 Minuten entscheiden wir uns, aktiv zu werden. Flo geht auf die Suche und findet den Beamten beim X-Ray. Statt seine Arbeit bei uns weiterzuführen, ist er nun hier am Sachen erledigen. Da hätten wir wohl noch Stunden warten können.

Er kommt zurück, wir hören fortlaufend das Piepen, welches bei einer Fehlermeldung ertönt. Eine ganze Weile geht das Prozedere so bis irgendwann eine Planänderung erfolgt. Das System hat irgendein Problem und die Formalitäten können nicht erledigt werden. Die Einreisegebühr entfällt. Zwar zufrieden, müssen wir die Gebühr nicht bezahlen, sind wir doch ziemlich erledigt, denn mittlerweile ist es 01:00 Uhr.

Etwa um 03:30 Uhr erreichen wir den uns schon bekannten Stellplatz auf dem Parkplatz am Strand von Sharjah.

Sharjah

Mit der Ankunft in Sharjah steht für uns die Organisation der Verschiffung in den Iran an. Es ist ganz praktisch, kennen wir uns hier nun schon etwas aus und können so die anderen organisatorischen Erledigungen ohne grosse Recherchen schnell erledigen und dazwischen sogar nochmals das Baden im Meer geniessen, bevor dies dann wohl für längere Zeit kein Thema mehr ist.

Übernachtungsort: 26.04. Umgebung Sharjah Beach

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