Iran, Start im Iran

Datum: 13. Januar – 17. Januar 2022

In der K├╝rze liegt die W├╝rze – oder auch nicht

Kleine Vorwarnung an alle Lesenden: Ich habe viel zu erz├Ąhlen von unserem geplanten Grenz├╝bertritt von der T├╝rkei in den Iran und den darauf folgenden Tagen. Wenn du gerade nur wenig Zeit hast, verschiebe das Lesen dieses Textes auf etwas sp├Ąter, um dann voll und ganz einzutauchen und mit uns einiges mitzuerleben ;).

Fr├╝hmorgens Richtung Iran

Etwas aufgeregt, ob heute alles klappen wird, starten wir um 07:30 Uhr mit unserem Tag. Wir sind auf dem Weg zum Spital, dort liegt hoffentlich unser PCR-Test-Resultat bereit. Die Dame hat die Dokumente von uns beiden Sarah’s in den H├Ąnden. Wohl gemerkt, dass wir erst entspannt atmen k├Ânnen, wenn wir unser negatives Resultat in den H├Ąnden haben, schaut sie uns an: Positiv. Sie l├Ąsst uns nur kurz in einer Schockstarre, schmunzelt uns zu und ├╝berreicht uns allen das negative PCR-Test-Resultat.

Nun haben wir hoffentlich alles, was wir ben├Âtigen: Kopien aller n├Âtigen Dokumente, Carnet de passage, negatives PCR-Test-Resultat, Bargeld, VPNs, Notizen, auf was wir beim Grenz├╝bergang achten m├╝ssen, passende Kleidung gem├Ąss den Vorgaben, Persisch als Offline-Sprache auf dem ├ťbersetzungsapp und gespeicherte Koordinaten von den ersten Anlauforten im Iran.

Grenz├╝bergang Razi T├╝rkei-Iran

Durch Schneegest├Âber geht es Richtung Grenz├╝bergang.

Ausreise aus der T├╝rkei

Wir erreichen den Grenz├╝bergang, nun geht es auf getrennten Wegen weiter: S├Ąmi und Flo als Fahrzeughaltende mit den beiden Busen auf der einen Seite, Sarah und ich auf der anderen Seite. Bei der Ausweiskontrolle taucht bei mir eine Fehlermeldung auf. Ich ahne schon wieso, ben├Âtige aber etwas Zeit zum ├ťbersetzen. Flo und ich sind mit der Identit├Ątskarte in die T├╝rkei gereist und haben einen Zettel mit Einreisestempel f├╝r uns beide erhalten. Dieser Zettel ist bei Flo und das System kann meine ID nicht einlesen. Die Beamten gehen von Flo und mir hin und her, schnell ist die Sache erledigt. Wir verlassen die modernen Anlagen der T├╝rkei, der Zollbeamte w├╝nscht uns mit einem grossen L├Ącheln im Gesicht eine gute Weiterreise.

Einreise Iran f├╝r Fusspassagiere

Im Zwischenbereich ein kurzes Wiedersehen zu viert, um dann gleich wieder in der gleichen 2er-Kombination die Einreise anzugehen. Sarah und ich werden von f├╝nf bewaffneten M├Ąnnern begr├╝sst, alle sprechen auf Farsi auf uns ein und sie m├Âchten unsere Nationalit├Ąt wissen. Wir lernen schnell, dass „Switzerland“ weniger verst├Ąndlich ist als „Swiss“ (ausgesprochen „Swuiiiiss“). Covid-Zertifikate, PCR-Test und unsere Ausweise werden kontrolliert, danach begleitet uns einer der M├Ąnner durch die n├Ąchsten R├Ąume. Die Halle ist voll mit Menschen. Es folgt eine erneute Kontrolle unsere Ausweise und dann der Visas: Stempel aufs Visa inklusive Signatur des Zollbeamten und schon geht es durch einen Gang weiter und wir stehen draussen. Einreise hat geklappt.

Noch etwas unsicher, wo wohl Flo und S├Ąmi rauskommen werden, kommt schon einer der beiden Fixer („Helfer“) von Flo und S├Ąmi auf uns zu und bringt uns zu den Busen.

Einreise Iran f├╝r Fahrzeughaltende

W├Ąhrend ich nun im Bus sitze und mit den vielen Kindern am Grenz├╝bergang spreche (oder versuche zu sprechen, zum Gl├╝ck kann Sarah einige W├Ârter und S├Ątze auf Farsi), dauert es f├╝r Flo und S├Ąmi ab jetzt zwei Stunden, bis alle Formalit├Ąten erledigt sind.

Die beiden Fixer helfen und ├╝bersetzen, aber es bleibt f├╝r Flo und S├Ąmi, welche das System nicht kennen, un├╝bersichtlich. Doch wichtig scheint einfach, immer alle Dokumente bereit zu halten und einfach mitzugehen. Die verschiedenen Dokumente m├╝ssen von diversen Personen des Grenz├╝bergangs gesichtet, allenfalls gestempelt und dann oftmals unterschrieben werden. Einmal sitzen Flo und S├Ąmi in einem B├╝ro f├╝r das Abschliessen der Autoversicherung, nehmen das Angebot jedoch nicht an, da sie f├╝r zwei Monate umgerechnet etwa 80 Dollar berechnen, wir aber schon recherchiert haben, dass es in Khoy und/oder Tabriz etwa die H├Ąlfte kostet.

Und dann, es ist mittlerweile etwa 15:00 Uhr, ist pl├Âtzlich alles erledigt, wir tauschen 20 Dollar in Iranische Lira um, obwohl der Kurs hier tiefer ist, aber so haben wir schon mal etwas lokale Bargeldw├Ąhrung auf uns.

Oh nein, wir sind an einem Wochenende eingereist

Wir haben bewusst geschaut, nicht an einem Wochenende einzureisen. Diesen „Fehler“ haben wir bei der Einreise nach Griechenland gemacht und dabei gelernt, dass es an einem Sonntag schwierig beziehungsweise nicht m├Âglich ist, die jeweils ersten ToDos in einem Land zu erledigen (z.B. SIM-Karte kaufen, usw).

Neu ist das Wochenende am Donnerstag und Freitag

Im Iran erwarten uns einige administrative ToDos, weshalb wir bewusst unter der Woche eingereist sind, um m├Âglichst schnell diese Sachen zu erledigen. Doch wir haben einen Denkfehler gemacht: Hier ist der Donnerstag der uns bekannte Samstag und der Freitag der uns bekannte Sonntag – und am heutigen Tag der Einreise ist Donnerstag. Oje, dass heisst, wir k├Ânnen heute und morgen nichts mehr erledigen, dabei k├Ânnte man wohl alles oder vieles im ersten gr├Âsseren Ort nach der Grenze, in Khoy, erledigen.

Erster Eindruck vom Verkehr und erster Abend im Iran

Es heisst also umzudenken und einen neuen Plan festzulegen: Wenn wir nicht die administrativen ToDos erledigen k├Ânnen, wollen wir nun einen ersten Streckenabschnitt bis Tabriz zur├╝cklegen, um dann dort alles zu erledigen.

Zu unserem Erstaunen sehen wir kaum mehr Schnee, daf├╝r erwarten uns neue Herausforderungen auf der Strasse. Beginnend mit einer geraden Strecke geht es vorbei an einem Checkpoint weiter und unsere Route f├╝hrt uns durch eine erste Ortschaft. Wow, was ist das? Flo macht fast eine Vollbremse, denn die Strasse wird von einem riesigen „Bumper“ durchzogen. Wir lernen schnell, diese „Bumper“ werden uns wohl weiterhin begleiten, denn alle paar Meter taucht wieder einer auf. Der Verkehr ist wilder, als wir es uns bis anhin gewohnt sind und Flos volle Konzentration ist gefragt.

Nach dem Nachtessen schaue ich ins Dunkeln und in den Sternenhimmel, ich kann es noch fast nicht glauben, wir sind im Iran!

Schon am Abend beginnt es zu schneien. Am n├Ąchsten Tag sind wir umringt von Weiss, der Schnee hat uns wieder eingeholt ;).

Der Marathon beginnt

In Tabriz quartieren wir uns auf dem kostenlosen Stadtpark-Camping mit geheizten Toiletten und fliessendem Wasser ein. Die Duschen funktionieren aufgrund der K├Ąlte nicht. Ein alter Mann begr├╝sst uns mit einem Tee und ein erstes Gespr├Ąch mittels ├ťbersetzungsapp beginnt, wir f├╝hlen uns sehr willkommen geheissen. Ansonsten schlendern wir etwas unschl├╝ssig herum, denn fast alle Gesch├Ąfte sind geschlossen. Und doch bekommen wir schon einen ersten Eindruck von den gastfreundlichen und interessierten Menschen. Egal wo wir hinspazieren, werden wir in Kurzgespr├Ąche verwickelt: „Hellos“, „Welcome to Iran“, „Where are you from?“.

Wir freuen uns, morgen alles erledigen zu k├Ânnen und uns dann voll auf das Land und die Menschen zu konzentrieren. Doch es kommt einiges anders als angenommen.

Autoversicherung

Unser Tag startet um 08:30 Uhr bei der Agentur f├╝r die Autoversicherung, welche nur f├╝nf Minuten von unserem ├ťbernachtungsplatz entfernt liegt (38.06750, 46.32685). Der Name der Versicherung lautet „Iran Insurance Co“ und nach nur einer Stunde ist alles erledigt. Kostenpunkt f├╝r zwei Monate: 38 Dollar.

Iranisches Nummernschild Teil 1

Weiter geht es zur Polizeistation am Stadtrand, um unser iranisches Nummernschild abzuholen. In der riesigen Halle hat es unglaublich viele Menschen und alles ist auf persisch angeschrieben. Wie wollen wir da denn richtigen Schalter finden? Lange Zeit zum Nachdenken m├╝ssen wir uns nicht nehmen, denn schon hat uns eine Mitarbeiterin entdeckt, welche sehr gut englisch spricht und f├╝hrt uns nun von einem zum n├Ąchsten B├╝ro und ├╝bernimmt die gesamte ├ťbersetzungsarbeit.

Schlussendlich sitzen wir vor einem der Polizeichefs und es stellt sich nach vielen ├ťberlegungen und Telefonaten heraus: Wir m├╝ssen das iranische Nummernschild in Khoy abholen…

Der Stresspegel bei uns startet etwas, denn es ist mittlerweilen 11:00 Uhr, die ├ľffnungszeiten bei Beh├Ârden sind jeweils bis 14:00 Uhr. Ob wir die Strecke in dieser Zeit schaffen und rechtzeitig auf der Polizeistation in Khoy ankommen? Zus├Ątzlich kommt dazu, dass Flo und ich etwas unter Zeitdruck sind: Unser Visa wurde f├╝r 14 Tage ausgestellt, drei Tage davon sind nun schon vorbei und am liebsten w├╝rden wir die Verl├Ąngerung in Yazd beantragen, da dort der Ablauf den Beamten sehr bekannt sei. Doch Yazd liegt in der Mitte des Landes…

Im Eiltempo, heute zum Gl├╝ck mit wenig Schnee aber gleich vielen Bumpers, geht es nach Khoy. Um 13:15 Uhr treffen wir auf der Polizeistation ein. Ein Mann f├╝hrt uns direkt zu den Polizeichefs, sie schauen sich alle Dokumente an. Ein Kollege wird per Telefon f├╝r die ├ťbersetzungsarbeit dazu geschaltet. Nach einer gewissen Zeit stellt sich heraus, uns fehlt ein Dokument der Zollbeamten.

Was? Wie kann dies sein? Flo und S├Ąmi haben am Grenz├╝bergang explizit nach diesem Dokument gefragt, da wir von anderen Reisenden gelesen haben, welche zur├╝ck an den Grenz├╝bergang mussten aufgrund dieses Dokument. Nun stellt sich heraus, dass der Zettel, welchen sie uns gegeben haben, nicht der ist, welchen wir ben├Âtigen. Zus├Ątzlich stellt sich heraus, dass beim Stempel auf der R├╝ckseite des Carnet de Passage ein Datum fehlt, welches notwendig ist. Die Polizisten sind sehr nett und bem├╝ht, k├Ânnen aber nichts an der Situation ├Ąndern, wir m├╝ssen zur├╝ck an die Grenze…

Die Polizeibeamten notieren uns mit grosser Sorgfalt die verschiedenen Schritte sowohl an der Grenze wie f├╝r danach auf persisch auf ein Blatt, damit wir dies den Personen zeigen k├Ânnen. Dankbar f├╝r diese Unterst├╝tzung aber mit doch geknickten K├Âpfen verlassen wir den Posten. Hoffentlich schaffen wir es rechtzeitig an die Grenze, die um 16:00 Uhr schliesst.

Um 15:40 Uhr erreichen wir die Grenze. Zu erst weiss niemand, wo dieser Zettel sein k├Ânnte und der zust├Ąndige Beamte sei nicht mehr hier. Ein Mann, welcher Englisch spricht, kommt zu Hilfe. Flo, S├Ąmi und er bleiben dran, es geht von B├╝ro zu B├╝ro und dann ├Âffnet ein Beamte einen Schublade und zieht die ben├Âtigten Dokumente raus.

Dankbar dem englischsprachigen Mann, der keinen Rappen als Dankesch├Ân entgegennimmt, und m├╝de von diesem Tag stehen wir wieder am Ausgangspunkt unserer Einreise. Es ist etwa 16:30 Uhr, die restlichen administrativen Arbeiten m├╝ssen bis Morgen warten, denn jetzt haben alle Banken und Beh├Ârden zu.

Geldwechsel, Aufstocken der Vorr├Ąte und die Herzlichkeit des Irans

Am liebsten w├╝rden wir einfach essen und schlafen. Doch unsere Vorr├Ąte sind aufgebraucht und iranisches Bargeld haben wir kaum mehr etwas: Ab in das Abendget├╝mmel von Khoy. ├ťberall strahlt uns frisches Gem├╝se und Fr├╝chte entgegen, doch f├╝r uns geht es zu erst zur Geldwechselstube. Fast w├Ąre ich mit dem Auto in den Bazar gefahren, denn ich habe die Wechselstube als Ziel im Navi eingegeben und nicht realisiert, dass diese mitten im Bazar liegt. Noch etwas gesch├Ądigt von meinem gemachten Parkschaden in der T├╝rkei lenke ich angespannt, aber dieses Mal souver├Ąn, unseren Mitsu wieder aus den immer enger werdenden Strassen. Zu Fuss geht es in den Bazar und ohne Probleme k├Ânnen wir hier zum aktuellen Kurs Geld wechseln. Juhu, das war jetzt aber wirklich einfach! (Hinweis: Wir nutzen die Bonbast-Seite f├╝r das Nachschauen des aktuellen Wechselkurses).

W├Ąhrenddessen haben sich Sarah und S├Ąmi mit einem Verk├Ąufer angefreundet und einen Tee von einem Metzger erhalten. Der Verk├Ąufer ├╝berzeugt uns, uns an seinen Gaskocher, welche hier als Heizung eingesetzt wird, aufzuw├Ąrmen. Spannend, wie wir auch durch Ger├╝che realisieren, dass wir nun an einem anderen Ort sind. Lag in der T├╝rkei bei den winterlichen Temperaturen meist eine Kohlegeschmack in der Luft, riechen wir hier ├╝berall Gas.

Das ausgew├Ąhlte Joghurt schenkt er uns, wir k├Ânnen ihn aber ├╝berzeugen, dass wir zumindest das Sojahack bezahlen. Den hilfsbereiten englischsprachigen Kollegen der Polizei erreichen wir leider ├╝ber das Telefon des Verk├Ąufers nicht (wir hatten bis jetzt keine Zeit, um uns um eine SIM-Karte zu k├╝mmern). Wir wollten ihm eigentlich mitteilen, dass die ersten Schritte geklappt haben und uns f├╝r seine Hilfe bedanken.

SIM-Karte und noch mehr Herzlichkeit des Irans

Beim Versuch, eine SIM-Karte auf unseren Namen zu kaufen, scheitern wir. Das System gibt einen Fehler an. Die Angestellte geht davon aus, dass man ab Zeitpunkt der Einreise mindestens 72h warten muss (bei uns ist dies wohl mehr, da wir an einem Wochenende eingereist sind).

Nun ja, dann wollen wir mal ein Restaurant f├╝r das Nachtessen suchen. Wir fahren etwa eine Minute, da signalisiert uns ein Auto zu stoppen. Es ist der Sohn des Metzgers. Er spricht fliessend Englisch und hat sich gedacht, dass wir wohl Hilfe ben├Âtigen k├Ânnten. Wow! Gemeinsam geht es zu einem Pizzalokal, er ├╝bernimmt f├╝r uns das Bestellen und ein spannender Austausch beginnt. Nur mit etwas ├ťberredungskunst k├Ânnen wir in ├╝berzeugen, dass wir gut in unserem Auto schlafen k├Ânnen und es drin gem├╝tlich warm haben mit unserer Heizung. Wir tauschen die Nummern aus und er wird morgen um 08:00 Uhr zu uns kommen, um uns bei den bevorstehenden administrativen Schritten auf der Bank zu begleiten.

Die Anspannung, man k├Ânnte sogar sagen Stress und Ersch├Âpfung ist bei uns im Moment voll da. Aber diese Herzlichkeit der Begegnungen nehmen wir doch wahr und sind unglaublich dankbar, denn diese verschiedenen Hilfen erleichtern uns in dieser Phase vieles.

Trotz Strassenumgebung und Autol├Ąrm fallen wir in einen tiefen Schlaf.

Iranisches Nummernschild Teil 2

Schon ist wieder morgen, die Uhr zeigt 08:15 und wir sind in der Melli Bank, Hamid ist p├╝nktlich zu uns gestossen und ├╝bernimmt die ├ťbersetzung. Wir m├╝ssen f├╝r das iranische Nummernschild zwei Betr├Ąge bei der Melli Bank einbezahlen (3’000’000 und 200’000 Rial, ca. 10.60 CHF). Irgendwie scheint dies hier nicht m├Âglich zu sein und wir werden weitergeleitet. Hamid f├Ąhrt voraus und schon geht es in das n├Ąchste Geb├Ąude. Wieder einige Gespr├Ąche und Telefonate und wir werden nochmals weitergeleitet. Am dritten Ort stellt sich heraus, dass zwei Angaben auf unserem kleinen Zettel steht und f├╝r die Bankangestellten unklar sei, wo nun was einbezahlt werden m├╝sse.

Wir m├╝ssen zum Polizeiposten, um dies abzukl├Ąren. Hamid scheint es sehr leid zu tun, kann die Einzahlung nicht abgehackt werden. Doch wir sind ihm unglaublich dankbar, denn wir wissen nun, was das Problem ist und wo wir nach der Kl├Ąrung die Betr├Ąge einzahlen k├Ânnen. Wir verabschieden uns von Hamid, denn er muss arbeiten gehen.

Auf dem Polizeiposten erl├Ąutern wir das Problem. Die Polizeibeamten notieren auf einem Zettel, was die Bankangestellten zu erledigen haben inklusive offiziellem Stempel und Unterschrift. Mit diesem Papier funktioniert es dann auch sofort auf der Bank.

Nach etwa nochmals 1.5 Stunden auf dem Polizeiposten sind dann alle Dokumente kopiert, eingeordnet, gestempelt und unterzeichnet- und ein Mann bringt uns unsere iranischen Nummernschilder. Nicht nur wir sondern auch alle Polizisten scheinen gl├╝cklich zu sein und wollen uns die Nummernschildern gleich am Auto befestigen. Noch rechtzeitig k├Ânnen wir dieses Vorhaben stoppen, denn sonst w├╝rde es mit Nieten direkt an unserem „Mitsu“ befestigt werden ;-).

Warum ├╝berhaupt ein iranisches Nummernschild: Wir recherchieren sp├Ąter nochmals, ob dies ├╝berhaupt n├Âtig ist, da auch Overlanders mit ihren eigenen Nummernschilder unterwegs sind. Gem├Ąss dem Automobilclub vom Iran scheint ein Nummernschild f├╝r ausl├Ąndische Autos bei einem l├Ąngeren Aufenthalt als 10 Tage notwendig zu sein, WENN dies der Zollbeamte bei der Einreise sagt. Bei uns war es wohl eine Mischung, denn wir haben nach dem Zettel f├╝r das Nummernschild gefragt, damit wir dieses sicher haben. Ob wir auch sonst ein Nummernschild ben├Âtigt h├Ątten, werden wir wohl nie wissen.

Huff, geschafft

Mittlerweile sind seit der Einreise vier Tage vergangen und wir haben schon 500 Kilometer im Iran zur├╝ckgelegt, stehen aber erst 65 Kilometer von unserem Einreiseort entfernt. Was sich aber ver├Ąndert hat, ist, dass unser Reisegep├Ąck mit allen notwendigen Papieren, einem iranischen Nummernschild und vielen Erfahrungen, Begegnungen und Geschichten reicher ist.

Der Schnee hat uns wieder, der Zeitdruck auch

Durch unglaubliches Schneegest├Âber, ├╝ber Strassen, die teilweise eher an Skipisten erinnern und vorbei an vielen Lastwagenunf├Ąllen geht es f├╝r uns wieder Richtung Tabriz.

Unsere Autos werden trotz Fahrtgeschwindigkeit zunehmend zugeschneit. Einmal muss Flo aussteigen, denn ich sehe kaum mehr etwas und die Scheibenwischer haben sich zu Eisklumpen entwickelt. Bei S├Ąmi und Sarah sieht es ├Ąhnlich aus. Putzen und weiter geht es, durch unglaubliches Weiss und mit schnell zunehmendem Eisballast an unserem Mitsu.

Zwischenstopp nach T├Ąbriz

Kurz nach 18:00 Uhr erreichen wir den herausgesuchten Camping bei Quri Gol (500’000 IRR/Nacht f├╝r 2 Personen und 1 Van, etwa 1.60 Euro). Es ist dunkel und es schneit nach wie vor. Die Tore sind zu, doch ein Mann mit einem L├Ącheln und der erstaunten Frage, von wo wir kommen und wie wir zu dieser Jahreszeit hier landen, ├Âffnet uns die Tore und begr├╝sst uns herzlich. Die Sanit├Ąranlagen sind geheizt und das Wasser zum Duschen richtig heiss. Ach, was f├╝r eine Wohltat.

Zwischenstopp Zanjan

Am Morgen geht es schon wieder weiter, denn f├╝r Flo und mich tickt die Uhr aufgrund der genehmigten Visa-Zeit und zus├Ątzlich wollen wir aus der K├Ąlte raus. Doch die Schneeverh├Ąltnisse sind hartn├Ąckig und wir kommen nur gem├Ąchlich voran. Irgendwie ist es auch total sch├Ân. W├Ąren wir nun nicht schon l├Ąnger in der K├Ąlte und m├╝ssten aus zeitlichen Gr├╝nden weiter, w├╝rden wir wohl noch etwas in den Schneemengen herumtollen. Denn so viel Schnee habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Es sieht einfach unglaublich sch├Ân aus.

Wir quartiere uns im Hotel Dadamaan in Zanjan ein (9 Mio. IRR f├╝r 4 Personen mit eigenem Bad, etwa 30 Euro) und geniessen im Restaurant Haj Dadash mitten in der Winterwunderwelt nochmals zu viert ein Nachtessen. Morgen werden sich die Wege von Sarah und S├Ąmi und uns voraussichtlich wieder f├╝r einen Moment trennen.

├ťbernachtungsorte: 13.01. Umgebung Skigebiet Yam / 14.01. Gratis Camping T├Ąbriz / 15.01. Umgebung Khoy / 16.01. Camping beim Quri Gol / 17.01. Hotel Dadamaan, Zanjan

6 Gedanken zu „Iran, Start im Iran

  • 13. Februar 2022 um 11:37
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    Liebe Sarah und Florian
    Habe eben eure Erlebnisse im Iran gelesen, -spannend! Sara h├Ątte euch sicherlich noch ganz viele Tipps in diesem Land ­čĄŚ
    Herzlich
    Gotti, Christine

    Antwort
    • 19. Februar 2022 um 10:06
      Permalink

      Liebes Gotti
      Vielen Dank f├╝r deine R├╝ckmeldung, wir haben uns sehr dar├╝ber gefreut. Gerne melde ich mich bei Sara.
      Alles Liebe

      Antwort
  • 16. Februar 2022 um 15:02
    Permalink

    Liebe Sarah und Flocke

    Den mutigen geh├Ârt die Welt heisst es
    Ich h├Ątte da schon lange Aufgegeben
    W├Ąre froh meinen Jakobsweg zu beenden
    Alles Gute f├╝r eure weitere Reise
    Liebe Gr├╝sse Werner

    Antwort
    • 19. Februar 2022 um 10:19
      Permalink

      Lieber Werner
      Vielen Dank f├╝r deine Worte, welche uns gefreut haben. Wir geniessen unglaublich viele sch├Âne und bereichernde Momente auf unserer Reise. In den strengen Situationen werden auch wir mal m├╝de. Zeit geben und Zuversicht sind in diesen Phasen wichtige Begleiter f├╝r uns. Wie du wohl gut von deinen Erfahrungen auf der Wanderung kennst, heisst es dann, Schritt f├╝r Schritt gehen, auch wenn dies bedeutet, mal ein paar Schritte zur├╝ck zu gehen.
      Liebe Gr├╝sse

      Antwort
  • 15. Juni 2022 um 22:52
    Permalink

    Coole Seite! Viele tolle Tipps! Eigentlich habe ich gerade zum Soca Tal in Slowenien recherchiert und bin zuf├Ąllig auf eurer Seite h├Ąngen geblieben, Erinnert mich an meine langen Autoreisen, nach S├╝dafrika und in die Mongolei. Da sind wir 2017 auch durch den Iran gefahren, damals brauchte man kein Kennzeichen und keiner hatte dazu was gesagt. Nur die Autoversicherung und eine kleine Geb├╝hr am Zoll und das wars, wenn man ein CdP hat. Und als mir aufgefallen ist, dass ich mehr bezahlt hab als eigentlich n├Âtig, hab ich sogar den Touristenpreis zur├╝ck bekommen ­čśÇ

    Antwort
    • 18. Juni 2022 um 13:06
      Permalink

      Lieber Matthias. Vielen Dank f├╝r deine sch├Âne R├╝ckmeldung. Es hat uns sehr gefreut, hat dich das Eine oder Andere auf unserer Seite angesprochen und zum H├Ąngen bleiben animiert. Eine Autoreise nach S├╝dafrika und der Mongolei – klingt sehr spannend! Schon spannend, wie sich Grenz├╝berg├Ąnge ver├Ąndern k├Ânnen. Bei der zweiten Einreise in Bandar Abbas war das Kennzeichen auch kein Thema. Mal schauen, ob sie dieses Kennzeichen vollst├Ąndig einf├╝hren werden oder es wieder abgeschafft wird (was ich f├╝r alle ├ťberlandreisenden hoffe :-)). Wir w├╝nschen dir viel Vergn├╝gen in Slowenien.

      Antwort

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