Türkei, Van

Datum: 11. Januar – 12. Januar 2022

Van

Van wird vorerst unsere letzte Destination in der Türkei sein. Aufgrund der Temperaturen und dem Schnee nehmen wir uns ein Hotel im Stadtzentrum (My Suit Otel, 250 TL für zwei Personen, aktuell etwa 16 Euro). Dies ist auch praktisch, weil wir noch einiges zu erledigen haben bevor wir den Versuch starten, in den Iran zu reisen.

Natürlich darf das obligatorische Bild von „Van“ mit unseren Van’s nicht fehlen:

Ölwechsel und neues Rücklicht

Vor der Einreise in den Iran, wollen wir nochmals unser Öl wechseln lassen. In Van findet sich ein ganzes Viertel mit Garagen und allem, was man fürs Auto benötigt. Einen Ölwechsel können wir schnell organisieren. Etwas länger gestaltet sich die Suche nach einem neuen Rücklicht, welches bei dem kleinen Parkschaden etwas demoliert wurde. Aber auch hier dauert es nicht all zu lange und der Besitzer der Garage weiss, wo wir eines finden können. Natürlich werden wir zuerst auf einen Tee eingeladen und Gebäck gibt es auch noch dazu. Beim Händler für das Rücklicht – wer hätte es gedacht – gibt es natürlich auch einen Tee. Als wir dann beim Ölwechsel wieder einen Tee bekommen, ist unser Koffein- und Zuckergehalt im Blut schon ziemlich hoch.

Neuer Dichtring für den Wasserfilter

Bei unserem Wasserfilter haben wir einen Dichtring verloren und müssen nun einen Neuen haben. Nachdem wir in einem Shop nachgefragt haben, ruft der Mitarbeiter jemanden an und deutet uns, dass wir warten sollen. In der Zwischenzeit gibt es einen Tee. Kurze Zeit später kommt ein Mann in den Shop und wir verstehen, dass wir im folgen können. Wir fahren zurück in das Autoviertel, denn dort ist sein Laden. Er hat alle möglichen Dichtringe in allen verschiedenen Grössen. Er fragt uns, warum wir nicht früher gekommen seien? Schliesslich seien wir ja heute an seinem Laden vorbei gefahren. Wir antworten, dass wir nicht gewusst haben, wo wir solch einen Dichtring finden. Er schaut uns erstaunt an und meint mit einem Lächeln: Der Laden ist doch angeschrieben?

Tja, so gut türkisch können wir doch noch nicht ;). Sein Angebot, dass wir bei ihm Abendessen können, lehnen wir dankend ab. Wir haben heute geplant, mit Sarah und Sämi zusammen essen zu gehen.

Geld organisieren

Der Iran ist nicht an das internationale Geldsystem angeschlossen und so kann man auch keinen Bargeldbezug von seinen Bankkonten machen. Sprich: Alles Geld, das wir für die Reise im Iran benötigen, müssen wir in Dollar oder Euro mitnehmen. Vor Ort können wir das Geld dann in Rials tauschen. Wir haben bereits verschiedene Optionen verglichen und herausgefunden, dass wenn wir Türkische Lira’s abheben und diese dann bei einem Wechselbüro wechseln gehen, es uns am günstigsten kommt. Denn bei den PTT-Geldautomaten wird uns seitens der Bank keine Gebühr belastet.

Türkische Geldautomaten haben immer wieder mal kein Geld mehr und so klappern wir verschiedene ab. Wir werden fündig und können mit mehreren Bezügen den gewünschten Betrag abheben. Die Taschen gefüllt mit Türkischen Lira’s machen wir uns auf den Weg zum Wechselbüro. Dort können wir zum Glück den grossen Stapel an Geld in Euro und Dollars tauschen, welche nun deutlich weniger Platz brauchen.

Letztes Bier trinken

Im Iran gibt es keinen Alkohol zu kaufen. An unserem voraussichtlich letzten Abend in der Türkei genehmigen wir uns gemeinsam noch ein Effes und blicken auf die Zeit in der Türkei zurück (Rückblick siehe weiter unten).

Letztes Çiğ Köfte essen

Natürlich will man nochmals alle Leckereien kosten, bevor man ein Land verlässt und so soll es auch geschehen. Es reicht nicht für alle, aber die Çiğ Köfte finden wir und dazu gibt es ein Ayran.

PCR-Test organisieren

Um über die Grenze zu kommen, benötigt man einen negativen PCR-Test. Diesen können wir im Van State Hospital organisieren. Es ist alles etwas chaotisch und wir laufen mehrere Male in die falsche Richtung und zum falschen Bürotisch. Der Ablauf ist für uns auch nicht ganz logisch, denn man muss folgendes machen:

  • 1. Den richtigen Eingang finden
  • 2. Nicht zur Tür gehen wo „PCR“ steht
  • 3. Den Gang bis ans Ende gehen und dort an einem Bürotisch seine Angaben eintragen lassen
  • 4. Mit dem erhaltenen Zettel ins obere Stockwerk wechseln und dort bezahlen (das Treppenhaus ist gesperrt und im Fahrstuhl steht „Covid-Station“)
  • 5. Mit der Quittung zurück ins untere Stockwerk zum Bürotisch am Ende des Gangs
  • 6. Mit dem erhaltenen QR-Code zurück zum Raum bei dem „PCR“ steht und seinen Abstrich machen lassen.

Dabei spricht fast niemand englisch und die einzelnen „Stationen“ sind nicht auf Englisch angeschrieben. So muss man sich nach jedem Schritt wieder erneut erkunden, wo man hin muss und sich dann seinen Weg erfragen. Die vielen hustenden Menschen (wovon viele keine Maske tragen) auf den Gängen machen diese Mission nicht einfacher.

Schlussendlich hat alles geklappt und wir können am nächsten Tag unseren hoffentlich negativen PCR-Test abholen.

Rückblick Türkei

Nach knapp sieben Wochen geht unsere Zeit in der Türkei vorerst zu Ende. Wir waren sehr gespannt auf die Türkei und auch auf die nun viel grösseren Distanzen, die zu überwinden waren. Die Kälte hatte uns schnell im Griff und nur für kurze Zeit konnten wir im Süden der Türkei etwas Wärme tanken, bevor es uns wieder ins Landesinnere zog, um unser Iran-Visa zu organisieren. Ab diesem Zeitpunkt hat uns der Winter richtig begleitet und bis auf einen kurzen Unterbruch im Südosten der Türkei nicht mehr los gelassen.

Nicht so aber die Freundlichkeit der Menschen, denn diese war vom ersten Tag an spürbar. Überall wurde man aufgestellt begrüsst und wir durften viele Begegnungen mit spannenden und interessierten Menschen machen. Oft hatten wir kurze Gespräche, welche perfekt für eine Tee-Länge waren. Ich hatte das Gefühl, je weiter östlich wir kamen, desto gastfreundlicher wurden die Menschen. Natürlich widerspiegelt dies wohl nicht die Wahrheit, aber es hat sich so angefühlt. Vielleicht lag es auch daran, dass wir jeden Tag etwas mehr türkisch verstanden und immer mehr neue Wörter gelernt haben. Im Osten erweiterten wir zusätzlich unseren Wortschatz mit kurdischen Worten. Teşekkürler! Gelek spas!

Auch auf Seiten der Natur hatte die Türkei viel für uns bereit. So sahen wir urbane Gebiete, abgelegene Bergregionen, einsame Strände und unendliche Weiten mit Landwirtschaft. In der Türkei kann man wirklich auswählen, was man will. Zum Beispiel am Morgen im Meer zu baden und am Abend in den Bergen im Schnee zu stecken.

Die Zeit in der Türkei und die vielen schönen Begegnungen haben uns sehr gut gefallen und wir freuen uns, wenn wir eines Tages wieder hier her zurück kommen, um noch mehr von diesem Land zu entdecken, was nun unter einer dicken Schneedecke verborgen liegt.

Übernachtungsort: 11.-12.01. My suit otel, Van

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