Türkei, Tatvan

Datum: 09. Januar – 10. Januar 2022

Tatvan

Wir erreichen am Abend gegen 21:00 Uhr Tatvan und Sarah und ich heben noch etwas Geld ab und organisieren ein Bier für alle. Just als wir zum Übernachtungsort fahren wollen, fängt es an zu schneien (Tatvan Sahil Park, 50 Lira pro Nacht für 2 Personen und 1 Van, aktuell 3.40 Euro). Der Schnee legt sich über die Strasse und taucht alles in ein schönes Weiss. Der Schnee strahlt eine Ruhe aus, die wir gut gebrauchen können.

Während dem Vorbereiten des Abendessens kommen wir immer mehr zur Ruhe. Gemeinsam essen wir das Abendessen und sprechen nochmals über das Erlebte. Irgendwie kommen wir uns vor, als wären wir in einem Film. Draussen schneit es unaufhörlich weiter und alles ist in einen goldenen Schleier gehüllt.

Spät in der Nacht gehen wir zur Bett und sind froh, dass wir alle heil an diesem Ort angekommen sind – weit weg von den schlechten Erlebnissen.

Gewohnte türkische Gastfreundschaft

Am nächsten Morgen erwarten uns die Besitzer des Campings bereits und bieten uns Frühstück an. Während das Frühstück organisiert und zubereitet wird, nutzen wir erneut die Übersetzungs-App und unterhalten uns gemeinsam. So erfahren wir auch, dass die Schule geschlossen sei, da es zu viel Schnee hat. Wir sind etwas verwundert, denn es hat schon viel geschneit, aber deswegen schliesst man doch nicht gleich die Schulen?

Nach dem x-ten Tee ziehen wir uns zurück in unsere Busse, lesen etwas, telefonieren und verarbeiten das gestern Erlebte erneut.

Rückblick

Wir analysieren die Situation von gestern noch einmal und sehen diverse Fehler bei uns. Natürlich ist die daraus resultierende Reaktion nicht akzeptabel, aber wir bewegen uns nun mal in einer anderen Kultur und Probleme werden hier teilweise anders gelöst. Wir verstehen auch die Angst des Mannes, dass er auf dem Schaden hocken bleibt und kein Geld bekommt. Andererseits haben wir das Vorgehen mit der Polizei abgesprochen und grundsätzlich nicht falsch gehandelt. Auch wir wollten uns schützen und keine böse Überraschung bei der Ausreise erleben.

Während wir am Strassenrand angehalten worden sind und es fast keine Möglichkeit zur Flucht mehr gab, gingen bei uns Bilder durch den Kopf, wodurch die ganze Situation wohl bedrohlicher gewirkt hat, als sie wirklich war. Unsere Freunde, bei denen wir zu Gast waren, meinten, dass die Gruppe uns wohl nur Angst machen wollte und nichts passiert wäre.

Erstaunt hat mich vor allem, dass all die Autos und LKW’s, die vorbei gefahren sind, nicht gestoppt haben und auch nicht die Polizei informiert haben. Andererseits verstehe ich auch, dass sie nicht in solch eine Situation hineingeraten wollten.

Uns ist im Nachhinein wichtig, dass diese Begegnung sich nicht auf die ganze Region abfärbt, denn wir haben nur mit dieser Gruppe von Menschen etwas Schlechtes erlebt. Denn noch am gleichen Ort trafen wir etwas später eine Gruppe Männer, die, wie sonst unsere Begegnungen, äussert nett waren, uns Tee offerierten und sich freuten, dass wir in dieser Region zu Besuch sind.

Was wir bestimmt anders machen würden in einer ähnlichen Situation: Gleich einen Kontakt anrufen, welcher die Gegebenheiten und Abläufe vor Ort kennt und uns so coacht. Telefonnummern hätten wir genügende gehabt, in diesem Moment einfach nicht daran gedacht beziehungsweise angenommen, dass wir wissen, wie die Situation zu lösen.

Mit diesen Gedanken wollen wir die Begegnung abhacken und nehmen die vielen schönen Ereignissen im Südosten der Türkei mit.

Schnee, Schnee, Schnee

Wir wollen noch eine weitere Nacht in Tatvan bleiben und weiter zur Ruhe kommen. So haben wir viel Zeit für uns und den Schnee.

Denn in der Zwischenzeit hat es noch mehr geschneit und wir finden immer wieder etwas zum Erledigen: So schaufeln wir immer wieder Schnee um unseren Bus herum weg, ziehen schon mal die neuen Ketten auf und befreien alles von Eis und Schnee.

Die Ketten benötigen wir, um wieder auf die Strasse zu kommen. Schon bei der Einfahrt zum Camping mussten wir extrem aufpassen, um nicht zu rutschen. Sämi hat beim Schalten in den zweiten Gang die Kontrolle leicht verloren und schon stand er mit einem Rad neben der Strasse. Dies soll beim Weiterfahren nicht nochmals passieren und es ist eine gute Gelegenheit, unsere neuen Ketten zu testen. Resultat: Sie funktionieren wunderbar und die Befestigung der Ketten ist auch nicht so mühsam wie gedacht. 🙂

Übernachtungsort: 09.-10.01. Tatvan Sahil Park, Tatvan

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