Türkei, Erciyes und Kahramanmaraş

Datum: 26. Dezember – 27. Dezember 2021

Kayseri

Unsere Route von der Region Kappadokien nach Südostanatolien führt uns als erstes nach Kayseri und dann am Skigebiet Erciyes vorbei. Es ist Sonntag, weshalb der Bazar in Kayseri nicht vollständig geöffnet ist, doch uns gefällts. Wir schlendern durch die überdachten Gassen und halten Ausschau, ob unter den verkauften Waren etwas für uns dabei ist. Und wir entdecken mehr, als wir angenommen haben: Ein neues Abtrocknungstuch (unsere sind zerrissen, wobei wir eines noch behalten, damit wir weiterhin zwei Stück haben), Thermohosen für Flo, Rosinen für ins Müesli, Datteln als Snack für unterwegs und Süsses für zwischendurch (Bonibons – sehen aus wie Smarties, doch irgendwie hatten sie ein für uns unbekanntes Gewürz im Geschmack, was uns beiden nicht wirklich entsprach). Und dann haben wir noch Schokolade gekauft, die wie kleine Steine aussahen.

Ach ja, da gibt es noch eine Geschichte aus unserem Reiseleben, welche ich fast vergessen hätte, obwohl wir sehr gerne darüber lachen. Als wir in Kayseri einfahren, knurren unsere Mägen und ich erblicke eine kleines Geschäft, welches Pide anbietet. Auf unsere Nachfrage bejahen die Mitarbeitenden, dass sie Pide mit Peynirli (=Käse) haben. Ich weiss nicht, wie die hier aussehen. Nur kurze Zeit später legt die Frau an der Theke zwei Runde flache Brote auf die Ablage. Ich nehme diese freudig in die Hände, die Dame schaut mich an, eine verbale Verständigung ist nicht möglich, doch anscheinend können wir an den Tisch sitzen zum Essen. Eigentlich wollten wir im Bus essen, aber können gut auch hier. Flo nimmt einen Biss: „Merkst du etwas vom Käse?“. Ich verneine. In der Backstube hören wir die Wörter „tourist“ und lachen. Es kommt dann auch ein Mann zu uns und fragt, von wo wir sind. Nur kurze Zeit später kommt er wieder mit langen Broten, welche mittendrin Käse habem – nun, wie nun wohl alle erahnen können: Dies ist unsere Bestellung und ich habe irgendjemand anderem seine Bestellung genommen. Nun müssen auch wir lachen. Wir haben uns später vorgestellt, mit was man diese Situation vergleichen könnte, was für uns sonnenklar wäre. Ich stelle mir dies so vor, dass zum Beispiel jemand kommt, ein „Gipfeli“ bestellt und dann einfach die Schokoladentorte nimmt, reinbeisst und zufrieden das Tortenstück isst 😉

Erciyes

Gleich nach Kayseri tauchen die ersten Rental-Shops am Strassenrand auf: Skis, Snowboards, Schlitten, usw. Wir können es fast nicht glauben, dabei ist es irgendwie logisch, wir sind ja auf dem Weg zu einem Skigebiet. Aber irgendwie konnten wir es uns nicht vorstellen, haben wir bis vor unserer Reise die Türkei nicht mit Wintersport verbunden. Nur kurze Zeit später blicken wir auf das Skigebiet am ruhenden Vulkan Erciyes. Der Vulkan selbst ist 3’917 Meter hoch und bietet 55 Pistenkilometer, wobei heute nicht alle Pisten offen sind. Wir schlendern durch das Gelände und klären mal ab, was eine gesamte Ausrüstung uns hier kosten würde für einen Tag: Etwa 30 Euro.

Wir entschliessen uns gegen einen Pistenausflug, müssten wir alles mieten und dann hätten wir gerne alles offen beziehungsweise noch mehr Schnee. Dafür löst der Blick auf die Pisten etwas anderes aus: Sollte es nicht klappen mit dem Iran, würden wir wohl die Skigebiete in der Türkei noch genau anschauen, denn wenn wir das hier sehen, wäre dies auch eine Idee zum Ausprobieren. Mal schauen, wie es weiter geht.

Aktuelles zum Iran

Von Sarah und Sämi erfahren wir, dass sie ihr Visa erhalten haben. Wir haben nun auch die offizielle Mitteilung gelesen, in welcher steht, dass die Landesgrenzen für die nächsten 14 Tage zu sind. Wir bleiben bei unserem Plan, weiter Richtung Südosten der Türkei zu fahren.

Durch die Winterlandschaft Richtung Südostanatolien

Vor uns liegen 300 Kilometer bis Gaziantep. Die Sonne scheint und unser Weg führt uns durch ein Winterwunderland.

Heute ist der Himmel blau und die Sonne bleibt während der gesamten Fahrt unsere Begleiterin – was für ein Tag.

Wir kommen gut voran. Während wir in der Sonne unser Mittagessen geniessen entdeckt Flo eine Schraube mitten in unserem Pneu… Sie steck ganz drin. Flo hat für diesen Fall schon vor unserem Reisestart recherchiert gehabt und holt schnell unsere Reperaturset. In der Theorie wissen wir, wie dies nun eingesetzt werden sollte, gemacht haben wir es beide noch nie. Ein Mann stoppt (für unser Erleben für die Türkei sehr typisch, die Menschen sind sehr hilfsbereit und gastfreundlich) und fragt, ob wir Hilfe benötigen. Wir erklären, was los ist, dass wir jedoch Material haben und somit das Problem lösen können. Er fährt los, bleibt einige Meter wieder stehen und fährt zu uns zurück. Womöglich konnte er kaum unserem wohl doch etwas unbeholfenem Vorgehen zu schauen und nimmt das ausgepackte Reperaturmaterial. Nach nur wenigen Minuten ist alles erledigt 🙂

Schlussendlich schaffen wir es nicht, vor dem Eindunkeln Gaziantep zu erreichen und wir wollen nicht in der Dunkelheit dort ankommen. Wir steuern einen Parkplatz für die heutige Übernachtung an.

Datum: 26.12. Umgebung Erciyes / 27.12. Biking and Walking Trails Council Onikişubat, Kahramanmaraş

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