Türkei, Antalya bis Ankara

Datum: 15. Dezember – 18. Dezember 2021

Hitchhiker, spontane Stadtführung in Kemer und Çiğ Köfte

Wir tanken Sonnenstrahlen und die gemütliche Stimmung am Strand von Çıralı auf. Für heute haben wir einen einfachen Plan: Einkaufen von Essensvorräten, Wassertanks füllen, Aufladen unseres Internetguthabens in Antalya und dann nochmals ans Meer. Wir wollen am Strand in der Nähe von Perakende die Sonne geniessen, bevor wir uns auf den Weg Richtung Norden machen und somit auch dem milden Klima Tschüss sagen werden.

Schlussendlich erreichen wir den Platz erst am Abend, nehmen dafür gleich drei schöne Begegnungen in unseren Erinnerung mit.

Zwei Hitchhiker

Als wir von Çıralı von der Strasse auf die Hauptstrasse einbiegen, stehen da zwei Typen, wohl um die 25 Jahre alt. Sie wollen bis Antalya. Da wir in Kemer noch unsere Wassertanks füllen wollen, können wir sie bis dorthin mitnehmen. Freudig nehmen sie das Angebot an. Mit Google Translate und einigen Wörtern Englisch ihrerseits und den immer wachsenden aber doch noch sparsamen türkischen Wortschatz entsteht ein witziger Austausch.

Spontane Einladung in Kemer

Bei Kemer verabschieden wir uns von den beiden und füllen bei einem Brunnen an der Hauptstrasse unsere Wassertank. Der Wasserdruck ist perfekt und wir können ohne Probleme das Wasser in Trinkwasser filtern. Während dieser Tätigkeit kommt eine Frau um die Ecke. Sie spricht vollständig auf Türkisch mit uns, doch es klappt und wir verstehen uns: Wir sind zu einem türkischen Kaffee bei ihr eingeladen. Eine Freundin sei bei ihr, diese könne Deutsch. Und so gesellen wir uns zu den beiden Frauen und erhalten spontan einen Autofahrrundgang in Kemer: Besuch der Mandarinenplantage und Pflücken eines ganzen Sack voll für unsere Weiterreise, Strand- und Hafentour und ein Tee in einem Restaurant. Zum Abschied erhalten wir noch Simits.

Kennenlernen von Çiğ Köfte in Fladenbrot

In Antalya funktioniert das Aufladen unseres Internetguthabens ohne Probleme (25GB für 97 Lira, knapp 6 Euro). Mittlerweile ist schon halb drei und unsere Magen knurren. Da entdecke ich gleich neben an ein Mini-Restaurant. Da wir nun wissen, dass Çiğ Köfte vegetarisch sind, steuern wir dieses direkt an. Wir sehen, wie drei Mädchen eine Art „Dürüm“ aus der Masse der Çiğ Köfte bestellen. Wir wussten nicht, dass diese Variante auch möglich ist und so bestellen wir das Gleiche. Die Familie, welches das Restaurant führt, scheint fasziniert von uns zu sein. Sie schauen uns ganz genau an und strahlen uns mit riesigen Lächeln im Gesicht entgegen. Sie scheinen sich sehr zu freuen und bereiten uns wunderbare „Çiğ Köfte Dürüms“ zu, das Ayran schenken sie uns. Wir sind berührt, wie viel Herzlichkeit uns bis jetzt in diesem Land entgegenkommt.

Und noch eine vierte Begegnung

Unser Weg zum Schlafplatz führt durch riesige Früchteplantagen (Hauptsächlich Mandarinen, Orangen und Bananen). Kilometerweise sehen wir die Gewächshäuser. Durch schlammige Strassen mit grossen Wasserpfützen (wir haben nach wie vor trockenes Wetter, aber auch hier scheint es nur vor kurzem geregnet zu haben) erreichen wir einen naturbelassenen Strand. Schön anzusehen, nur leider gespickt mit viel Müll …

Wir richten uns auf einer etwas erhöhten Lage ein Schlafplatz ein und beobachten von unserem Mitsu die Blitze am ganzen Himmel: Was für ein Anblick! Um uns donnert und blitzt es, aber erneut wird unser Ort vom Regen verschont.

Am Morgen liege ich noch gemütlich im Bett, höre aber Flo schon mit jemandem sprechen. Ich spähe zwischen den Vorhängen raus und sehe Flo in einem Gespräch mit einem Ziegenhirt. Dieser spricht fliessend vier Sprachen (Türkisch, Deutsch, Englisch und Russisch). Er habe früher im Tourismusbereich, in einem Hotel, gearbeitet. Die Strände entlang der Küste werden in rasantem Tempo überbaut, dieser Ort sei einer der wenigen naturbelassenen Stände. Er bedaure jedoch, dass die Menschen nicht sorgsam mit der Natur umgehen und überall den Müll in die Umgebung werfen. Flo und er unterhalten sie noch eine Weile über die Umgebung und das Leben. Irgendwann verabschiedete sich der Mann, es wird Zeit für ihn mit den Ziegen ins Dorf zurück zu kehren, und wir machen uns auf den Weg Richtung Norden.

Antike Stadt und River Rafting

Unser erster Stopp auf dem Weg Richtung Norden ist nur wenige Kilometer von unserem Schlafplatz entfernt: Aspendos, eine antike Stadt und eines der anscheinend besterhaltenen Theater der Antike. Im Sommer können hier Theateraufführung besucht werden. Heute sind nur wenige Besuchende da und wir haben den Ort fast für uns.

Dieses Mal entscheiden wir uns, den Audioguide zu nehmen und können so entspannt über das Gelände schlendern und einfach zu hören (Eintritt 60 Lira / Person, Audioguide 40 Lira, 2 Eintritte und 1 Audioguide knapp 12 Euro).

Von Aspendos fahren wir dem Fluss Köprüçay entlang. In der Nähe des Mittellauf des Flusses sehen wir x Plakate, die Riverrafting anbieten. In unserem Reiseführer wird beschrieben, dass der Fluss zu den meistbefahrenden der Welt gehöre. In Spitzenzeiten können es bis zu 4000 Personen an einem Tag sein. Jetzt, wo die Umgebung in einem Mix von Herbst- und Winterkleid eingehüllt ist, ist es ganz ruhig. Der Fluss schimmert in seinem schönen Türkis und wäre es Sommer, würde ich vielleicht auch zu den Tausenden gehören und hier mit dem Gummiboot eine Fahrt machen ;-). Den Canyon verpassen wir, wir nehmen unabsichtlich die Parallelstrasse.

Eğirdir-See und der Winter kommt

Die Strasse führt uns durch unendlich viel steiniges Land, mal hoch, mal runter und ab und zu vorbei ein kleinen Bergdörfern oder vereinzelten Häusern. Es folgt dann eine sehr eintönige Strecke an einem Stausee vorbei und dann liegt der Eğirdir-See vor uns. Nach einer Stärkung in einem Restaurant in Akpınar mit Çay (türkischem Tee, denn wir überall trinken) und Gözleme (dünne gefüllte Fladenbrote aus Yufka-Teig) machen wir uns auf den Weg zu unserem Übernachtungsplatz direkt am See.

Mittlerweilen ist es kalt geworden bei uns. Draussen ist es durch den Tag maximal Null Grad und wir befinden uns an der Schneefallgrenze. Die Umgebung sieht toll aus, wir bleiben jedoch fast ausschliesslich in unserem schön geheizten Bus. Es ist zu kalt und windig, um länger draussen zu sein ohne aktive Tätigkeit.

Übernachtungsorte: 15.12. Umgebung Perakende / 16.12. Umgebung Köprülu Canyon / 17.12. – 18.12. Umgebung Egirdir See

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.