Türkei, Start

Datum: 29. November 2021

Einreise in die Türkei

Unser Tank ist knapp gefüllt mit Diesel, denn in der Türkei kostet dieser deutlich weniger. Zur Grenze sind es noch 45 km und da fängt unsere Tankanzeige zu leuchten an. Ein kurzer Check auf Google Maps verrät uns, dass es noch 20 km bis zur nächsten Tankstelle geht. Angeblich soll man noch 50 km weit kommen, wenn die Tankanzeige zu leuchten anfängt – also kein Problem. Leider stellt sich raus, dass die angesteuerte Tankstelle nicht existiert und die Nächste soll erst wieder in 10 km kommen. Um etwas Diesel zu sparen, kupple ich beim runterfahren aus und lasse unseren Bus einfach nur rollen. An der Tankstelle tanken wir für 5 Euro und wissen nun, dass man sicher 35 km weit kommt, wenn die Tankanzeige zu leuchten anfängt. Lustigerweise hat der Kunde vor uns auch nur für 5 Euro getankt 🙂

Grenzübergang

Mit einem fast leeren Tank und viel Vorfreude sehen wir den Grenzübergang zur Türkei vor uns. Seit wir unterwegs sind, ist es wohl der beeindruckendste Grenzübergang. Nach der Ausreise aus Griechenland folgt eine Brücke mit bewaffneten Männern, welche die Umgebung im Auge behalten. Hier entdeckt Sarah kaputte Gummiboote im Fluss… Danach folgen mehrere Bauten – irgendwie wirkt alles sehr imposant und wir sind etwas aufgeregt.

Grenzformalitäten

Die Formalitäten sind schnell erledigt: Prüfen unserer Covid-19-Impfzertifikate, Kontrolle unserer Ausweise und Ausstellen der Visas, Kontrolle der Fahrzeugpapiere inklusive grüner Versicherungskarte und Registrierung des Autos. Der Beamte, welcher uns abfertigt, trägt einen wunderprächtigen Schnauzbart, um möglichst alle Klischees zu erfüllen. Den Duty-Free Shop überspringen wir und schon befinden wir uns auf der türkischen Hauptstrasse und folgen ihr eine ganze Weile durch eine eher uninteressante Gegend. Natürlich können wir kurz nach der Grenze für 500 TL (ca. 36 CHF) unseren Tank mit 51 Liter Diesel füllen.

Erst einmal alles Notwendige organisieren

Wenn man in einem neuen Land ankommt, müssen erst immer gewisse Sachen für den bevorstehenden Alltag organisiert werden. Dazu fahren wir in den ersten grösseren Ort nach der Grenze, Keşan, und gehen unsere Projekte an.

Bargeld

Jeder Bankautomat hat unterschiedliche Gebühren und so ist dies auch in der Türkei. Praktisch ist, dass alle Bankautomaten der verschiedenen Banken direkt nebeneinander stehen und so können wir von Bankautomat zu Bankautomat gehen und den Besten für uns heraussuchen. Zudem ist es immer ein lustiges Raten, wie hoch der maximale Betrag ist, den der Bankautomat pro Transaktion ausspucken kann. Bei uns waren es 4’000 TL (dazumals knapp 300 CHF).

SIM-Karte

Bereits im Vorfeld haben wir uns über das beste Angebot für Touristen erkundigt und wissen, dass wir in einen Turkcell Shop müssen. Dort angekommen besprechen wir die Angebote. Leider reicht unsere ID-Karte nicht aus, um die SIM-Karte zu kaufen und unsere Pässe sind im Auto. Nachdem wir noch kurz im Vodafon-Shop die Preise verglichen und unsere Pässe geholt haben entscheiden wir uns für das Angebot von Turkcell: 20 GB Daten, viele Minuten Telefonie und um die 1000 SMS für einen Monat kosten 200 TL (ca. 14.5 CHF).

Essen

Natürlich müssen wir noch etwas essen, aber haben noch keine Ahnung, was es so gibt beziehungsweise was es für Vegetarier gibt. Döner-Buden finden wir viele, aber Anderes scheint rar zu sein. Wir steuern eine kleine Bäckerei an. Der Verkäufer versteht kein Englisch und so kommunizieren wir mit Google Translate, Händen und Füssen. Denn zum Stand heute können wir auf Türkisch erst die Zahlen von 1 bis 7. Schlussendlich haben wir tatsächlich ein vegetarisches Gericht in einem Plastiksack und unser Hunger ist gestillt.

Einkaufen

Im Supermarkt besorgen wir erste Grundnahrungsmittel und ein Brot. Das Brot kostet 2.5 TL (20 Rappen) und wir sind beide sehr erstaunt über den tiefen Betrag. Das Bezahlen mit der Karte funktioniert auch und so sind wir wieder mit allem, was man benötigt, eingedeckt und können nun weiter an unseren Schlafplatz reisen.

Parkgebühren bezahlen

Eigentlich gehört die folgende Kurzgeschichte nicht zum Organisatorischen, aber trotzdem finden wir die Begegnung nennenswert für unseren Start in der Türkei. Die Parkgebühr für eine Stunde Parkieren kostet 4.5 TL (33 Rappen) und kann an den „Parkomat“ bezahlt werden. Das Witzige dabei ist, dass der „Parkomat“ eine Person ist, welche so angeschrieben ist 🙂

Ich habe natürlich keine Ahnung, was der Parkplatz kostet, verstehe den genannten Preis nicht und bezahle 5 TL. Als wir wegfahren wollen, kommt der „Parkomat“ auf uns zu und gibt uns das Wechselgeld von 0,5 TL. Anscheinend müssen wir hier in der Türkei keine Angst vor Touristenabzocken haben, wenn alle Personen so ehrlich sind wie dieser Mitarbeiter.

Erste Übernachtung

Zwischen der Grenze und Istanbul fanden wir bei unseren vorgängigen Recherchen nicht viele schöne Übernachtungsmöglichkeiten. Von dem deutschen Pärchen aus Griechenland haben wir einen Tipp zum Übernachten erhalten. Als wir in die Nähe des Ortes kommen, schüttet es wie aus Kübeln und wir können nur noch mit knapp 20 km/h fahren.

Den Platz können wir leider nicht nutzen, denn der Boden ist extrem schlammig und es regnet weiterhin unglaublich stark. Wir entschliessen uns, weiter in Richtung Istanbul zu fahren, obwohl es bereits dunkel ist. Die nächsten zwei Plätze auf Park4Night sind nicht wirklich berauschend und so enden wir mitten in einem Vorort von Tekirdağ am Strassenrand bei einer Promenade. Wir sind uns nicht sicher, ob dies von den Personen hier geduldet wird, wollen es aber versuchen. Denn bei dieser Regenschauer und der Dunkelheit ist es für uns heute keine Option, noch weiterzufahren.

Am nächsten Morgen begrüsst uns die Sonne und anscheinend war es absolut kein Problem, hier an der Promenade zu übernachten.

Nach dem Frühstück erkunden wir die Umgebung, sehen die erste Fahne von Mustafa Kemal Atatürk an einem Balkon hängen und freuen uns über das schöne Wetter und dass es bis jetzt in der Türkei sehr unkompliziert ist.

Übernachtungsort: 29.11. Umgebung Tekirdağ

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