Griechenland, Thessaloniki

Datum: 18. November – 26. November 2021

Flamingos und Pelikane

Wir mĂŒssen etwas Strecke zurĂŒck legen und so entscheiden wir uns, das erste Mal seit dem Beginn unserer Reise, lĂ€nger auf der Autobahn zu fahren. Schliesslich muss Sarah morgen den Flug in Thessaloniki erwischen.

Etwa 20 Minuten vor Thessaloniki legen wir einen Stopp fĂŒr die Übernachtung ein. Dort befindet sich die Kalochori Lagune, bei welcher man Flamingos und Pelikane beobachten kann. Bereits am spĂ€ten Nachmittag sehen wir einige Pelikane und ein paar Flamingos. Der Platz ist nicht der Schönste und anscheinend wird er von den „Locals“ oft fĂŒr ein SchĂ€ferstĂŒndchen benutzt. Auch wĂ€hrend dieser Nacht stoppt ein Auto in der NĂ€he und verschwindet nach 30 Minuten wieder. Der Abfall, der ĂŒberall herum liegt, macht das Ganze nicht erfreulicher.

Am nĂ€chsten Morgen ist es dann so weit: Bei Sonnenaufgang fliegt eine riesige Schar Flamingos durch die Lagune und sucht einen Platz zum Landen. Zum GlĂŒck bin ich bereits auf und kann das Schauspiel mit der Kamera einfangen. Die Flamingos leuchten nur wĂ€hrend einer bestimmten Flugrichtung rosa, dann aber extrem intensiv.

Camper Stop Thessaloniki – mein neues Zuhause

Beim Zampetas Camper Stop in Thessaloniki findet man nicht nur Ersatzteile fĂŒr Tauchpumpen, WasserhĂ€hne, Geschirr, HĂ€ngematten, usw., sondern auch einen Platz, auf welchem man ĂŒbernachten darf. Der Parkplatz vor dem Shop bietet kostenloses WiFi, eine Toilette mit kalter Dusche, Wasser und Strom. Sogar eine Waschmaschine wĂ€re fĂŒr die Benutzung vorhanden.

Da in der Umgebung von Thessaloniki auf vielen ParkplĂ€tzen und anderen Rastmöglichkeiten oft Scheiben eingeschlagen werden, so wie Hab und Gut gestohlen wird, entscheiden wir uns, dass wir beim Camper Stop ĂŒbernachten.

Abflug Sarah

Nach ein paar EinkĂ€ufen im Camper Stop und dem nahe gelegenen Baumarkt ist es fĂŒr Sarah auch schon Zeit, den Flug in die Schweiz zu nehmen. SĂ€mi und Sarah haben noch zwei FahrrĂ€der, welche sie gerne in die Schweiz schicken wollen und nutzen die Gelegenheit, um diese Sarah mitzugeben. Zum GlĂŒck sind wir frĂŒhzeitig am Flughafen, denn das Paket mit den FahrrĂ€dern ist zu gross fĂŒr die Sicherheitsabfertigung am Flughafen in Thessaloniki. Normalerweise sollte dies kein Problem sein, aber anscheinend haben sie hier am Flughafen die kleinste Röntgenanlage in Griechenland hingestellt. So machen wir uns zu viert daran, die beiden Karton etwas kleiner zu machen, damit sie durch die Anlage passen. Die Supervisorin steht uns mit „gutem“ Rat zur Seite – schneller sind wir aber ohne sie.

Schlussendlich erreichen wir die Maximalgrösse und die FahrrĂ€der können abgefertigt werden. Jetzt muss Sarah nur noch zwei FahrrĂ€der in der Schweiz aus dem FlughafengebĂ€ude bringen und einem Bekannten von SĂ€mi und Sarah ĂŒbergeben 🙂

Anmerkung Sarah: Da die FahrrĂ€der nicht auf die schweizerischen Transportwagen passen, schiebe ich die beiden Kartons durch den Zoll. Zu erst den Einen etwas, damit die SchiebetĂŒr nicht zu geht, dann hole ich den Anderen. Dies mache ich einige Male, aber der Zolldurchgang ist kurz und so bin ich schnell beim Bekannten von Sarah und SĂ€mi, welcher schon auf mich wartet. Gemeinsam schieben und ziehen wir die beiden Kartons durch den gesamten Flughafen von ZĂŒrich bis ich mich von den Beiden und dem Bekannten beim Perron verabschiede und wieder alles zurĂŒck gehe, wo Carla schon auf mich wartet, um mich nach Bern zu bringen. Vielen lieben Dank fĂŒrs Abholen!

Defektes Handy

SĂ€mi und Sarah bleiben diese Nacht noch beim Camper Stop und gemeinsam bestellen wir Pizza. Sie ist zwar nicht ganz so gut wie in Italien, dafĂŒr ist der Teig etwas zu sĂŒss, aber schmecken tut sie trotzdem.

Am nĂ€chsten Tag verabschiede ich mich von den Beiden und gehe danach die Stadt erkunden. Ganz alleine macht dies natĂŒrlich weniger Spass, aber interessant ist es trotzdem. So habe ich die Zeit genutzt und mir einen neuen Pullover und eine MĂŒtze gekauft – denn auch hier wird es langsam kĂ€lter.

Als ich am Abend mein Handy aufladen will, bemerke ich, dass es gar nicht lĂ€dt. Ich habe noch 15% Akku und es ist Samstagabend. Am Sonntag haben alle GeschĂ€fte geschlossen und niemand kann mir das Handy reparieren und so muss ich wohl oder ĂŒbel noch bis am Montag auf dem Parkplatz bleiben.

Am Montag mache ich mich mit einem Zettel mit Navigationsanweisungen auf den Weg in die Innenstadt zu einem Reparatur-Laden. Zum GlĂŒck finde ich ihn auf Anhieb und drei Stunden spĂ€ter ist auch klar, was das Problem ist. Das Mainboard ist defekt und er kann es nicht reparieren. Nach etwas nachdenken lasse ich den Akku bei ihm nochmals voll laden und mache mich auf den Weg in den MediaMarkt, um ein neues Smartphone zu kaufen.

Kassandra – Chalkidiki

Am Dienstag mache ich mich auf den Weg nach Kassandra – dem linken Finger der Region Chalkidiki. Dort will ich bis in den SĂŒden fahren und auf dem RĂŒckweg in Nea Moudania ein paar Wartungsarbeiten am Mitsu machen lassen.

Leider ist dies nicht gleich um die Ecke und so entschliesse ich mich, wieder die Autobahn zu nehmen. Zumindest bis nach Nea Moudania, denn ab dort fĂŒhren nur noch kleine Strassen runter auf den Finger. Unterwegs treffe ich auf viele verlassene GebĂ€ude entlang der Strasse und auch hier bemerkt man wohl die Folgen der Wirtschaftskrise in Griechenland.

Auf Kassandra folge ich der östlichen KĂŒste entlang in den SĂŒden und mache ein paar Zwischenstopps. Im Sommer soll hier die Hölle los sein, denn die StrĂ€nde sollen extrem schön sein. Bei bewölktem Wetter und etwas Niederschlag fĂ€llt es schwer, sich das so vorzustellen. Zwar sind die StrĂ€nde nicht hĂ€sslich, aber wunderschön sind sie auch nicht. Es hĂ€ngt der „Geruch“ der Nebensaison in der Luft: Vieles ist geschlossen und ĂŒberall finde ich Abfall.

Agios Nikolaos

Ganz im SĂŒden des Fingers befindet sich das kleine Örtchen Agios Nikolaos. Eigentlich will ich dort an einen kleinen Strand fĂŒr die Nacht, aber es ist Regen angesagt und die Zufahrt sieht ziemlich rutschig aus. Normalerweise wĂŒrde ich dort trotzdem runter fahren, aber ich muss am Mittwoch um 10 Uhr in der Werkstatt sein und von Agios Nikolaos bis Nea Moudania benötige ich 1.5 Stunden. So lasse ich diesen Versuch sein und stelle mich fĂŒr die Nacht in der NĂ€he des kleinen Hafens hin. Dies war die richtige Entscheidung, denn es regnet die ganze Nacht und ich hĂ€tte definitiv MĂŒhe gehabt, dort wieder hoch zu kommen.

Werkstattbesuch

In Leonidio haben wir festgestellt, dass die vordere Kardanwelle etwas Spiel hat. Dies will ich in der Abwesenheit von Sarah in einer Werkstatt beheben lassen. Zudem lasse ich bei dieser Gelegenheit gleich die EinspritzdĂŒsen PrĂŒfen und Reinigen. Der Mechaniker meint, dass das Ventilspiel bei diesem Motorentyp nicht nachjustiert werden muss und so lasse ich diese Wartung sein.

Die beiden Mechaniker machen sich direkt an die Arbeit und so werden die EinspritzdĂŒsen so wie die vorderer Kardanwelle ausgebaut. Die neuen Kreuzgelenke muss der Mechaniker aus Athen bestellen und die EinspritzdĂŒsen lĂ€sst er bei einem anderen GeschĂ€ft kontrollieren. Es sei aber kein Problem fĂŒr sie, wenn ich im Auto auf dem Parkplatz vor der Garage ĂŒbernachte.

Am nĂ€chsten Tag kommen die bestellten Kreuzgelenke in der Werkstatt an. Die Mechaniker meinen aber nur, dass sie noch auf die EinspritzdĂŒsen warten. Als dann diese eintreffen und sie Zeit haben, fangen sie erst mal an, die Kardanwelle auseinander zu bauen und die neuen Gelenke einzusetzen. Gut ist, dass alles noch vor Feierabend reicht und ich nicht noch eine weitere Nacht auf dem Parkplatz verbringen muss.

Schiffswrack Epanomi

Nicht weit von Thessaloniki liegt das Schiffswrack von Epanomi. Ganz in der NĂ€he ist auch eine sandige Landzunge, welche weit ins Meer hinein ragt. Dort will ich die Nacht verbringen und die restliche Zeit nutzen, um Erfahrung bei Sandfahrten zu sammeln. Bereits am Abend taste ich mich vorsichtig heran, bleibe aber in der NĂ€he von festem Untergrund.

Am nĂ€chsten Morgen will ich es dann wissen und wage mich weiter in den weichen Sand. NatĂŒrlich bleibe ich stecken und muss erst mal Luft ablassen. Das reicht zum GlĂŒck, denn weit und breit ist keine Menschenseele zu sehen.

Mit 0.8 Bar fahre ich etwas dem Strand entlang, schiesse ein paar Fotos und begutachte das Schiffswrack. Als ich eine kleine DĂŒne erspĂ€he und dahinter ein kleiner „Spielplatz“ fĂŒr grosse Jungs liegt, kann ich mich nicht bremsen und muss dort natĂŒrlich rein. So vergehen gut zwei Stunden, bevor ich den Strand mit neuen Erfahrungen verlasse und mich auf den Weg nach Thessaloniki mache.

Wiedersehen mit Sarah

Bevor Sarah am Flughafen in Thessaloniki landet, habe ich noch ein paar Stunden, welche ich nutze, um Einzukaufen, eine kleine Verbesserung an unserem Aufbewahrungssystem zu machen, den Mitsu aufzurÀumen und im IKEA ein paar vegetarische HotDogs zu essen.

Um 23:30 Uhr ist es dann so weit und ich hole Sarah vom Flughafen ab. Es war fĂŒr Sarah eine sehr emotionale Woche und trotz tĂ€glichem Telefonieren hat es sich nach einer langen Zeit angefĂŒhlt. Schliesslich waren wir zuvor 5 Monate lang 24h am Tag beieinander.

Übernachtungsorte: 18.11 Umgebung Kalochori Lagune / 19.-22.11. Zampetas Camper Stop, Thessaloniki / 23.11. Ganz im SĂŒden auf Kassandra / 24.11. Umgebung Nea Moudania / 25.11. Umgebung Schiffswrack Epanomi / 26.11. Umgebung Thessaloniki

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