Albanien, Llixhat Elbasan

Datum: 11. Oktober 2021

Thermalquellen in Albanien

Schon als ich das letzte Mal in Albanien war, las ich ĂŒber die BĂ«njĂ« Thermalquellen im SĂŒden Albaniens, besuchte sie jedoch nicht. Als ich nun erneut Infos zum Thema Thermalquellen suche, stolpere ich ĂŒber folgenden Artikel: https://invest-in-albania.org/guide-to-thermal-baths-in-albania/. Ich sehe, dass es noch einige weitere Quellen und BĂ€der gibt und meine Neugierde ist geweckt.

Thermalquellen in Tregan bei Elbasan

Ich versuche genauere Infos zu erhalten zur Region um Elbasan. Meine Recherchen sind nicht besonders ausgiebig. Wir können davon ausgehen, dass der Ort in der NĂ€he von Elbasan mit den Thermalquellen (=Llixhat) hauptsĂ€chlich aus Hotels besteht. In diesen Hotels sind womöglich Badewannen, welche mit dem Wasser der Quellen gefĂŒllt werden und gesundheitsfördernd sind. Das Wenige, was ich finde oder verstehe (finde eher Texte auf albanisch) wirken eher nach medizinischen Anlagen, bin mir jedoch nicht wirklich sicher. Ich finde dann noch ein Bild von einer Unterkunftsmöglichkeit mit einem Pool auf dem Areal, gefĂŒllt mit dem beschriebenen Wasser. WĂ€hrend ich immer weiter versuche, doch noch genauere Infos zu erhalten, schlĂ€gt Flo mir simpel vor: Sarah, wenn es dich interessiert, dann fahren wir doch einfach hin und schauen, was wir dort entdecken. Und deshalb sind wir jetzt gerade auf dem Weg Richtung Elbasan, besser gesagt nach Tregan (Koordinaten etwa: 41°02’05.7″N 20°04’21.6″E). Die Umgebung ist in dickem grau und es giesst aus Strömen.

Das Dorf Tregan

Bei unsere Ankunft wechselt die DĂ€mmerung zur Dunkelheit und der Regen prasselt nur so vom Himmel runter. Schon deutlich vor dem Ort stieg uns der Schwefelgeruch in die Nase. Nun angekommen, ist er sehr intensiv. Wir fahren im Ort herum, aber es ist schwierig die Umgebung genau zu sehen mit diesem Wetter. Wir sehen mehrere Hotels und UnterkĂŒnfte, aber keine freien FlĂ€chen und so entscheiden wir uns, uns auf dem Parkplatz des Dorfes zu positionieren. Mit Regen, intensivem Schwefelgeruch und irgendwie so keinen Überblick ist meine Laune mittelmĂ€ssig. Heute ist Flo der Relaxte und wir gehen als erstes zum „Dorfkreisel“ und gesellen uns in die „Bar Kafe Piazza“. Die aufgestellte Art des Kellners und die ruhige AtmosphĂ€re ermöglichen ein Ankommen und die Neugierde ist wieder da. Mal schauen, was der morgige Tag bringt.

Markt

Der nĂ€chste Tag begrĂŒsst uns mit Sonnenschein, alle ParkplĂ€tze sind voll mit Autos und ĂŒberall spazieren Menschen herum, meist deutlich Ă€lter als wir. Flo und ich sind ĂŒberrascht, wo kommen nun alle die Leute her? Überall kleine Menschenansammlungen, Plauderstimmung und schon kommt der nĂ€chste Bus voll mit Menschen. Wow, was fĂŒr eine lebendige Stimmung. Ab zum schon bekannten Kaffee und einen Cappuccino und ein Espresso fĂŒr 2 Euro bestellen. Wir beobachten das Geschehen mit erstaunten Augen, was ist da los? Der Kellner informiert uns: Die Kursaison hat begonnen. Die Menschen sind hier in den Hotels und kuren.

Wir spazieren dort hin, wo anscheinend alle jetzt hinspazieren und sind in einem geschĂ€ftigen Markt gelandet: Kleider, Esswaren, Wollsocken, KrĂ€uter, Honig, und noch einiges Meer. Wir stĂŒrzen uns ins GetĂŒmmel und ziehen wohl den Altersdurchschnitt um einige Jahre runter.

Begegnung

Plötzlich werden wir herzlich auf Deutsch angesprochen. Ein Mann aus dem Kosovo, der eine gewisse Zeit in Österreich gelebt hat, spricht uns an. Sofort werden wir zu einem Kaffee eingeladen. Mit dabei sind auch seine Frau, seine Schwester und deren Mann. Als seine Schwester erfĂ€hrt, was mein beruflicher Hintergrund ist, erzĂ€hlt sie mir sofort sehr viel der eigenen Familiengeschichte und den Problemen. Ich verstehe kaum etwas, sie fordert ihren Bruder auf zu ĂŒbersetzen. Die Themen wechseln und wir erfahren, dass die Vier in der NĂ€he in einem Kurhotel sind, direkt an einem See. Sie seien das erste Mal hier zum Kuren, können es uns aber sehr empfehlen. Bei der Verabschiedung gibt es noch Gruppenfotos und wir sind herzlich eingeladen, sollten wir bei unserem RĂŒckweg ĂŒber den Kosovo fahren, bei ihnen Gast zu sein. Etwas spĂ€ter sind wir beim Bus, kommen sie mit gegrilltem Mais vorbei und schenken uns diesen fĂŒr die Reise. Was fĂŒr herzliche Menschen!

Wie weiter?

Die Entscheidung hierhin zu fahren hat sich gelohnt, wir haben nochmals einen ganz anderen Ecken von Albanien kennengelernt. Aber lĂ€nger bleiben wĂŒrde nur Sinn machen, wenn wir kuren möchten. Kuren wollen wir nicht, aber wie wĂ€re es mit einem Schwumm im Pool (jep, haben die beschriebene Unterkunft anfangs Dorf gefunden)?

Da das Wetter fĂŒr heute und morgen besser angesagt ist, bevor nochmals heftiger Regen kommt, lassen wir dies sein, denn dann besteht die Hoffnung, dass wir die Strecke Berat-Benja machen könnten. Wir nehmen humorvolle Begegnungen und einen Ort, welcher uns irgendwie zum Schmunzeln gebracht hat, in unseren Erinnerungen mit. Etwas mulmig ist uns als wir los fahren, denn dieser stĂ€ndige Schwefelgeruch ist schon intensiv.

Was wir nicht verbinden können, wie sogar hier an einem Kurort mit Wasser, welches gesundheitsfördernd und heilend sein soll, auch Abfall in diesem GewÀsser landet.

Übernachtungsort: 11.10. Umgebung Llixha

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