Albanien, Gjirokastër

Datum: 06. Oktober 2021

Blue Eye

Nach dem wir der Sonne, dem türkisen Meer und der entspannten Zeit an der Küste Tschüss gesagt haben, sind wir nun auf dem Weg nach Gjirokastër. Vorbei an einem Industrieort inklusive verlassener Tankstelle mit x Ziegen geht es auf einer kurvigen Strasse ins Inland. Auf unserem Weg wollen wir einen Stopp bei der wasserreichsten Quelle des Landes machen, eine Karstquelle namens „Syri i Kaltër“ (=blaues Auge). Das Wasser tritt mit viel Druck an die Oberfläche, die genaue Tiefe der Quelle ist bis anhin unbekannt.

Die Umgebung ist als Schutzgebiet ausgewiesen, trotzdem muss man sich etwas Zeit nehmen, um das Eindrückliche sehen zu können. Denn um die Quelle ist der Weg abgetrampelt und dort wo mal mittels einer kleinen Plattform direkt in die Quelle geschaut werden konnte, sehen wir heute nur noch zwei Eisenstangen als Überreste. Ich ertappe mich beim Gedanken: „So speziell ist das nun nicht anzusehen“. Nehme ich mir einen kurzen Moment Zeit, kann ich aber auch hier wieder das Wunder der Natur wertschätzen.

Gjirokastër

Nach einer kurzen Mittagspause geht es auf direktem Weg in eine der ältesten Städte Albaniens: Gjirokastër. Die Stadt gehört seit 2005 zum UNESCO-Welterbe. Gemäss meinem Reiseführer nennen die Griechen die Stadt Argyrokaster, „Silberberg“. Wenn es geregnet hat und danach die Sonne auf die Dächer mit Steinplatten scheint, glänzen diese silbrig. Vor allem die Häuser rund um die Burg, die heutige Altstadt, sind mit den beschriebenen Dächern gebaut.

Übernachtung

Wir haben uns Zimmer im Kore Guest House (30 Euro für zwei Personen) mit traditioneller Einrichtung mitten in der Altstadt gebucht, inklusive Frühstück von der Mama des Hauses. Das Heraufdüsen in den sehr schmalen, steilen und glitschigen Pflastersteinstrassen lassen unsere Herzen höher schlagen und wir sind froh, heil die Fahrzeuge auf dem Parkplatz direkt bei der Unterkunft abstellen zu können.

Burg

Die Gastgeberin möchte uns schmackhaft machen, auf der kleinen, schönen Terasse des Hauses die Aussicht auf die Altstadt und das gegenüberliegende Gebirge zu geniessen und den Besuch der Burg auf morgen zu verschieben. So schön die Vorstellung klingt, morgen soll es in Strömen regnen und so spazieren wir lieber gleich heute noch auf die Festung.

Bei den Innenräumen sind wir schnell durch und schlendern über die Mauern der Zitadelle. Kaum im Freien geniessen wir verschiedene Panoramen um uns herum. Wir sehen sowohl viele Quartiere der Stadt und es eröffnet sich trotz zunehmenden Wolken einen schöner Blick auf die umliegende Umgebung.

Der bevorstehende Wetterumbruch ermöglicht unglaubliche Stimmungsbilder und wir sind mitten drin.

Bazar

Unsere Unterkunft ist nur etwa drei Gehminuten vom Basarviertel entfernt und wir geniessen zu Fuss unterwegs sein zu können, in den kleinen Souvenirshops herum zu schmöckern und auch das eine oder andere zu kaufen. Das Abendessen lassen wir im kleinen Restaurant „Tradicional Odaja“ schmecken. Im Gegensatz zur Küste stellen wir mit Überraschung fest, dass hier fast alles der Speisekarte vorhanden ist. Unter anderem kommen wir in den Genuss von Qifqi, Reisbällchen mit Minze – mmmmhh.

Der nächste Morgen begrüsst uns mit starkem Regen. Zum Glück haben wir gestern die Gelegenheit des Schlenderns noch genutzt, denn heute sieht man wirklich kaum etwas von der Umgebung. Eigentlich wollten wir heute nach Berat, aber bei diesem Regen können wir uns alle drei nicht vorstellen, eine Stadtbesichtigung zu machen. Wir beschliessen, wie geplant über Tepelena in das Tal der Vjosa zu fahren und unterwegs zu entscheiden, wo wir die heutige Nacht verbringen. Der Regen hat aufgehört, in Gjirokastër ist es nach wie vor grau, aber bei Tepelena begrüssen uns unerwartet Sonnenstrahlen. Ich bin mal gespannt, wo wir heute Abend landen werden.

Übernachtungsorte: 06.10. Gjirokastër, Kore Guest House

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