Bosnien und Herzegowina, Igman

Datum: 23. August 2021

Von Konjic nach Igman

Nach der feinen Pizza in Konjic machen wir uns auf den Weg Richtung Igman. Als es langsam dunkel wird, biegen wir von der etwas grösseren Strasse ab und kommen auf kleinere Nebenstrassen. Diese schlängeln sich langsam aber stetig den Berg hoch und wir treffen nur noch vereinzelt andere Autos. Dafür sehen wir überall Füchse am Strassenrand – leider leben nicht mehr alle. Etwas weiter oben auf dem Weg treffen wir auf Wildschweine welche gemütlich am Strassenrand am essen sind (wohl Müll).

Wir fragen uns langsam, wo wir da hinkommen, wenn so viele Tiere unterwegs sind. Andererseits vermeiden wir ansonsten nach Einbruch der Dunkelheit zu fahren und verpassen dadurch die aktive Zeit dieser Tiere. Ein paar Meter weiter zeigt sich auch, warum wir es vermeiden um diese Zeit zu fahren: Mitten auf der Strasse klafft ein grosses Loch und ist nur mit einer kleinen Holzschranke abgesperrt – eine Signalisation vor der Kurve fehlt.

Auf Park4Night haben wir uns einen Platz für die Nacht herausgesucht. Als wir dort ankommen, sehen wir nichts und wissen nicht genau, wo wir nun parken sollen. Etwas weiter unten an den Strasse treffen wir auf ein deutsches Paar, welches mit ihrem Camper dort geparkt hat. Wir fragen, ob wir uns dazu stellen dürfen. Sie haben nichts dagegen, sind sogar froh, denn laut ein paar Kommentaren auf Park4Night wurden hier schon Bären gesichtet und ihnen war es nicht ganz wohl, hier alleine zu stehen.

Brennspiritus

Wir quatschen etwas mit ihnen und ich sehe, dass sie auch einen Origo verbaut haben, welcher mit Brennspiritus betrieben wird. Sie kennen das Problem, dass man keinen Spiritus in den Balkan-Ländern bekommt. Auf einer früheren Reise haben sie dies bemerkt und bis nach Griechenland nichts gefunden. Meine Hoffnung lag auf Griechenland, leider haben sie mir nun diese Hoffnung genommen.

Sie gehen in zwei Wochen wieder nach Deutschland zurück und haben noch acht Flaschen Brennspiritus – kurzerhand schenken sie uns zwei Flaschen und wir freuen uns, dass wir wieder etwas mehr mit dem Kocher kochen können.

Verlassenes Hotel Igman

Am nächsten Morgen ist alles mit Nebel verhangen, aber wir sehen, wo wir da gelandet sind. Es wirkt, als wären wir in einem Park irgendwo im Nirgendwo. Es ist ein Teil der Anlage für die Olympischen Winterspiele von 1984, welche hier und an anderen Orten um Sarajevo ausgetragen worden sind. In der Nähe befinden sich die Skisprung Schanzen und ein Hotel, welches nun verlassen ist. Die neblige und mystische Stimmung passt perfekt, um dem Hotel einen Besuch abzustatten.

Doch zu erst gehen wir Kaffee trinken im nahegelegenen, modernen Hotel. Alles ist sauber herausgeputzt und wirkt nach einem gehobenem Standard. Es gibt Konferenzräume, eine dauerbesetzte Rezeption, Morgenbuffet usw. Wie aber so oft in diesen Ländern, wird bei der WC-Hygiene nicht so viel Wert darauf gelegt. Und so auch in diesem Hotel: Obwohl vorne durch alles top ist und bei den WC’s ein Kontrollblatt angebracht ist, findet man weit und breit kein WC Papier.

Nun aber los zum verlassenen Hotel. Wir parkieren auf dem verlassenen Parkplatz in der Nähe eines Mannes, welcher dort ein Buch liest. Wir verstehen nicht genau, warum er dort im Nirgendwo mit seinem Auto anhält, einen Stuhl raus nimmt und ein Buch liest – aber es wird schon einen Grund geben.

Ganz so verlassen ist das Hotel heute nicht, denn die Feuerwehr und der „Zivildienst“ haben eine grosse Übung am Laufen und ein Kamera-Team berichtet von der Übung. Uns stört das nicht so fest, schliesslich ist das Hotel genug gross und kaputt, um es zu fotografieren 🙂

Berg Bjelašnica

Sarah erwähnt den Berg Bjelašnica, welcher als Austragungsort für die Ski Alpine der Männer genutzt worden ist. Es gibt eine Strasse hoch bis auf den Gipfel und wir wollen versuchen, diese hoch zu fahren. Oben soll sich zudem ein verlassenes Observatorium befinden. Allgemein ist hier vieles verlassen oder zerstört, denn während dem Bosnienkrieg war die Region stark umkämpft. Erst langsam beginnt der Wiederaufbau.

Auf dem Weg zum Berg fahren wir durch den Ort Babin Do am Fusse des Berges, wo der Skilift steht. Überall wird in grossem Stil gebaut. Wir fragen uns, ob der Tourismus hier so boomt oder ob chinesische oder russische Investoren den Ort entdeckt haben und versuchen eine Feriendestination zu errichten. Im Kaffee meint der Kellner, dass zwar viel gebaut werde, aber nicht alle Wohnungen besetzt seien – wohl handle es sich hierbei um Geldwäsche. Er könnte recht haben, denn es sieht klar nach viel Geld aus, das in kurzer Zeit irgendwo investiert werden muss.

Der Weg Richtung BjelaÅ¡nica führt lange durch den Wald und wir befinden uns immer noch im Nebel. Etwas weiter oben fängt der Nebel sich langsam an aufzulösen und wir sehen immer mehr. Die Strasse wird schwerer und Sarah muss 1-2 Mal aussteigen und schauen gehen ob es von der Bodenfreiheit her reicht – es reicht und wir kommen heil oben an.

Dort erwartet uns ein verlassenes Gebäude und das Ende des Skiliftes. Irgendwie wirkt alles, als würde es nicht mehr in Betrieb sein, aber die Sessellifte hängen noch am Seil und irgendwo im Gebäude ist Jemand am Aufräumen. Mit „Aufräumen“ meinen wir, dass er leere 5 Liter Petflaschen zusammensammelt und in einem grossen Muldencontainer verbrennt.

Zu unserem Erstaunen sind die Sessel des Liftes aus der Schweiz.

Es ist ziemlich frisch hier oben und es windet. Es ist Regen angesagt und wir verwerfen unsere Pläne und übernachten nicht hier. Wir wollen nicht bei Regen diesen Weg runter fahren oder bei einem Gewitter hier oben schlafen.

Als nächstes wollen wir nach Lukomir und wenn wir nicht ganz runter fahren sondern uns bei der Kreuzung rechts halten, kommen wir direkt auf die Piste, welche in dieses Dorf führt.

Übernachtungsorte: 23.08. Umgebung Veliko Polje

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