Österreich, Tirol inklusive Silvrettapass

Datum: 21. – 23. Juni 2021

Silvrettapass

Ein Ziel während unserem Aufenthalt in Österreich ist es, ein paar schöne Passfahrten zu machen. Die erste vorgemerkte Passfahrt auf unserer Route ist die Silvretta Hochalpenstrasse. Es ist eine der am häufigsten befahrenen Passstrassen von Österreich und so wollen auch wir den Anstieg bis zur Bielerhöhe in Angriff nehmen. Nach unseren Erfahrungen bei der Fahrt über den San Bernadino in der Schweiz und dem zu überhitzen drohenden Motor auf der Autobahn Richtung St. Gallen, schalten wir den zusätzlich verbauten Ventilator vor dem Radiator schon bei Beginn der Fahrt ein.
Langsam, das heisst 20 bis 30 km/h, schlängeln wir uns die 32 Kehren hoch zur Bielerhöhe. Die Motortemperatur bleibt im „grünen“ Bereich und wir tuckerlen im zweiten, manchmal sogar im dritten Gang durch die schönen Landschaften des Tirols. Hie und da stoppen wir und bestaunen die schönen Berge um uns herum.

Oben auf dem Pass ist es erstaunlicherweise nicht so kalt wie gedacht und so spazieren wir in kurzen Hosen und T-Shirt ein kleines Stück entlang des Silvretta-Stausees. Ein paar Fotos hier, ein paar Fotos da und schon müssen wir uns wieder entscheiden: Bleiben wir hier oben und verbringen die Nacht auf dem grossen Parkplatz oder fahren wir die ca. 175 km weiter bis zum Achensee, in welchem wir vielleicht noch ein Bad im See nehmen können? Die Wettervorhersage ist nicht so gut und wieder ein Stück zurück fahren und dort an die Kletterwand wollen wir bei der unsicheren Wetterlage nicht. So entscheiden wir uns, die lange Fahrt zum Achensee zu machen.

Achensee

Als wir am Achensee ankommen, scheint die Sonne bereits nur noch auf der anderen Seite des Sees und wir machen uns auf die Suche nach einem geeigneten Schlafplatz. Schnell werden wir fündig und verschieben das Baden auf den nächsten Tag.

Das morgendliche Bad am nächsten Tag im noch kühlen See und doch schon wärmenden Sonnenschein ist gleichzeitig auch unsere Dusche. Das Schöne hier in Österreich ist, die vielen Seen und Flüsse ermöglichen uns fast jeden Tag eine Erfrischung. Wir liegen noch eine Weile in der Sonne und geniessen die Ruhe am See. Wir stellen fest, dass wir die einzigen nicht-Rentner sind und freuen uns, dass wir solch ein Glück haben und diese Reise machen können.

Erste „Offroad“-Tour

Schon länger suche ich nach einer geeigneten Offroad-Tour, um etwas Erfahrung im Gelände zu sammeln. Und siehe da, in der Umgebung bei Fügen findet sich auf wikiloc eine machbare Strecke. Voller Vorfreude und mit etwas Respekt fahren wir zum Start der Route. Die Strecke geht teilweise durch den Wald, dann vorbei an der Spieljochbahn über offene Wiesen zur Gartalm. Wir schalten unseren 4×4 Antrieb ein und fahren auf dem Schotterweg durch den Wald. Es rüttelt und der Mitsu fährt ohne Probleme die teilweise steilen Wege hoch. Den 4×4 hätten wir nicht mal gebraucht, aber wenn wir ihn schon mal zuschalten können, wollten wir diesen natürlich testen. Als wir aus dem Wald kommen, werden wir mit einer wunderbaren Aussicht auf die umliegenden Berge belohnt und auf der Gartalm oben, hat sogar ein Restaurant geöffnet, wo wir uns einen Kaserschmarn und einen Marillenkuchen gönnen.

Kuhmesser

Während wir den Kaiserschmarn essen und uns die umliegenden Berge ansehen, verspüren wir beide den Drang, selber noch etwas aktiv zu werden. Nach einer kurzen Unterhaltung mit der Almbesitzerin entscheiden wir uns, eine Wanderung zum Kuhmesser zu machen. Es geht steil hoch, aber die Landschaft entschädigt den steilen Aufstieg und so können wir uns nach 1:15h und 380hm ins Gipfelbuch des Kuhmesser’s eintragen. Unterwegs finde ich noch eine kleine Wechte, in welche ich mich natürlich stellen muss. Dabei stelle ich mir vor, wie ich hier im Winter mit dem Splitboard eine kleine Tour mache und die steilen Hügel herunter flitzen kann.

Nach dem Abstieg steigen wir zufrieden in unseren Mitsu und peilen unseren nächsten Übernachtungsort an.

Klettern im Zillertal

Das Zillertal ist bekannt für seine vielen Klettergebiete und so wollen wir uns dort mal umschauen und auch ein paar Felsen besteigen. Die Planung gestaltet sich schwieriger als gedacht, denn die Einstufungen der Routen bewegen sich im Bereich zwischen 6a und 8+. Wir suchen eher Routen, welche sich zwischen einem 5a bis 6a bewegen.

Klettergebiet Bergstation

Wir werden fündig und fahren durch das Zillteral nach Ginzling, wo wir bei der „Bergstation“ im Sektor Leander klettern wollen.Der Zustieg hat es in sich, denn der Weg führt wiedereinmal steil nach oben und ist wohl schon eine Zeit lang nicht mehr begangen worden. Vorbei an den anderen Sektoren befindet sich die „Bergstation“ am weitesten weg und nachdem wir den Zustieg geschafft haben, wissen wir nun auch, warum der Sektor „Bergstation“ heisst.

Natürlich haben wir unseren Mückenspray nicht dabei und so warten auch schon hungrige Tigermücken auf frisches Blut. Die Anzahl der Stiche hält sich zum Glück in Grenzen, leider genau wie die Anzahl der begangenen Routen. Der Fels ist nicht so griffig und obwohl die Routen sich zwischen 5a und 5c bewegen, haben wir unsere Mühe damit. Wir entscheiden uns, das Ganze ruhig anzugehen, nicht zu verzagen und sind uns bewusst, dass wir mit etwas Muskelaufbau schnell wieder Routen bis 6a klettern und Spass daran haben.

Geschäft für Bergsport

Meine Kletterschuhe haben bei den Zehen bereits kleine Löcher und so wollen wir noch kurz bei einem Klettergeschäft vorbei und für neue Kletterschuhe für mich schauen. Wenn wir dann schon dort sind, bräuchten wir noch etwas Magnesium, ein Expressset und, um die Hände/Unterarme zu trainieren, gleich noch ein passendes Trainingsgerät. Im Zillertal, in welchem es so viele Routen zum Klettern gibt, sollte dies schnell erledigt sein. Leider finden wir auf Anhieb kein passendes Sportgeschäft, welches Kletterschuhe anbietet. Auch können sie kein anderes Geschäft empfehlen, ausser vielleicht beim Intersport. Etwas verwundert lassen wir den Einkauf bleiben und begeben uns weiter in die Nähe des Gerlospasses.

Wildgerlostal

Der angepeilte Übernachtungsort liegt am Stausee Durlassboden. Dort angekommen macht uns ein frisch montiertes Verbotsschild fürs Campen einen Strich durch die Rechnung. Dadurch lassen wir uns nicht aus der Ruhe bringeen. Wir parkieren und nehmen einen erfrischenden Schwumm im Stausee, um den Schweiss aus dem Zillertal los zu werden. Nach einem gemütlichen Kaffee sehen wir, dass das Wetter langsam umschlägt und müssen uns entscheiden, wo wir nun übernachten werden. Zum Glück gibt es ein kleines Stück weiter südlich ein Parkplatz, auf dem Übernachten erlaubt ist.

Gerade noch rechtzeitig vor dem aufziehenden Gewitter schaffen wir es zum Parkplatz. Das Gewitter zieht mit viel Regen und einigen Blitzen über uns hinweg und am nächsten Morgen erwartet uns eine wunderbare Aussicht aufs Wildgerlostal.

Übernachtungsorte: 21.06.2021 Umgebung Achenkirch / 22.06. Umgebung Fügen / 23.06. Umgebung Wildgerlossee

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